last call

 

I recognized your number
It’s burned into my brain
Felt my heart beating faster
Every time it rang
Some things never change
That’s why I didn’t answer

I bet you’re in a bar
Listening to a country song
Glass of Johnny Walker Red
With no one to take you home

They’re probably closing down
Saying, „No more alcohol“
I bet you’re in a bar
‚Cause I’m always your last call

I don’t need to check that message
I know what it says
„Baby, I still love you“
Don’t mean nothing when there’s whiskey on your breath
That’s the only love I get
So if you’re calling

I bet you’re in a bar
Listening to a cheatin‘ song
Glass of Johnny Walker Red
With no one to take you home

They’re probably closing down
Saying, „No more alcohol“
I bet you’re in bar
‚Cause I’m always your last

Call me crazy but
I think maybe
We’ve had our last call

I bet you’re in a bar
It’s always the same old song
That Johnny Walker Red
By now it’s almost gone

But baby, I won’t be there
To catch you when you fall
I bet you’re in bar
‚Cause I’m always your last call.

(Lee Ann Wormack)

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Zitat

„I pleaded with God,

I asked and begged and bargained, but God did not bargain.

God was stubborn and deaf and oblivious.

And she died and I lived and a hole opened up,

dark and bottomless, and I fell down

and kept falling for centuries.“

(from Matt Haig, „How to stop time“)

 

 

Kein Tag vergangen ohne Erinnerung an Dich.
Als ich eine Blume niederlegte an Deinem Grab frage ich mich, wie es wohl heute wäre, wenn nicht gekommen wäre, was kam. Wären wir alle ein bisschen weniger kaputt? Ein bisschen weicher und wärmer? Weniger wütend auf die Welt?
Ich weiß es nicht. Alles was ich weiß ist, dass man Situationen und Personen überstehen kann, die man für lebenswichtig erachtet hat, weltbewegend und essentiell. Dann stellt man fest, dass man sehr gut ohne kann. Du wächst an den Schmerzen, an den Lektionen, am Stress, der Enttäuschung durch andere Menschen. Nachdem man das durchgestanden hat, geht es besser und was mich vor einem Jahr beschäftigt hat, ist vergessen und ruht in der Mottenkiste, bis es zu Staub der Zeit zerfällt. Und dann wiederum geschehen solche Sachen, die alles für immer verändern. Die einen so nachhaltig auseinander reißen und für immer das Leben trüben. Wie der Abschied von Dir. Dennoch existiert man weiter, verstreicht die Zeit, sind wir Zurückgelassenen weiter auf dieser Seite des Vorhangs. Warten auf den Tag des Wiedersehens.

Fragen uns, was Du geraten hättest.
Erinnern uns, wie Du gelacht hast.
Wünschen uns die Zeit zurück.
Dein Fehlen ist so allumfassend.

In 17 Jahren hat sich die Umwelt verändert. Ich mache Fehler, treffe falsche Entscheidungen, muss mich Aufgaben stellen, die ich mir selbst eingebrockt habe. Ich verliere, stehe auf und mache weiter. Mit der Zeit bin ich routinierter, aber auch dessen müder geworden. Die Welt geht mir auf den Geist mit all ihrem Druck, der Selbstdarstellung, dem Wettkampf, der Respektlosigkeit, Gewalt, Zerstörung und Wut, überall ist so viel Wut. Oft möchte ich mit all dem nichts mehr zu tun haben und die Waffen einfach fallen lassen.

Warum muss man das Leben meistern? Reicht es denn nicht, dass ich es nicht aufgebe?

Dann sehe ich, wie die Sonnenstrahlen durch eine Baumkrone brechen und auf der Friedhofsmauer tanzen. Ein kleiner Baumsprössling wächst aus einer Ritze zwischen den Steinen empor. Er hat es schwer, keinen Boden zum Wurzelschlagen, aber er lässt sich nicht abbringen, will ein großer Baum werden, hinauf ins Licht.
Egal ob er (oder ich) das jemals schaffen können, wir werden es versuchen. So lange es die Sonnenstrahlen gibt und das feine Geäst von Blättern im Gegenlicht, den Duft von Heckenrosen, Feldbrombeeren, das Schnurren einer Katze oder das warme Gefühl, wenn jemand den Du magst Dich berührt. So lange ich noch merke, dass ich mehr gemeinsam habe mit einem Kind, das die Welt erkundet und alles Natürliche darin liebt und die Göttlichkeit darin erkennt, als mit einem Erwachsenen, für den alles was zählt, Status und Regeln sind – So lange bist Du in mir.
Bei uns.
In der Welt.
Für immer unvergessen.

Wie passend – wenn auch nicht von mir

Mitten im Leben.
So viel zerbrochen.
So viel verloren.
So viel versucht.
So viel gekämpft.
Deine Masken
passen nicht mehr.
Nichts ist mehr,
wie es war.
Und nun?
Du darfst beginnen.
Du darfst neu beginnen.
Welche Freude.
Das Haus ist abgebrannt.
Nichts ist mehr da.
Nichts außer Dir.
Nichts außer Deinem Mut.
Nichts außer Deiner Liebe.
Was war, gibt es nicht mehr.
Alles wird neu.
Du fühlst wieder.
Du fühlst Deine Wahrheit.
Du fühlst wer Du bist.
Du fühlst Deine Schönheit.
Du fühlst Deine göttliche
Einmaligkeit.
Du fühlst Dein Herz.
Du fühlst das Leben.
Mitten im Leben.
Welche tiefe Freude.
Du weißt,
was durch Dich in diese Welt will.
Du kennst Deine Gaben.
Dein Gefäß läuft über.
Du weißt,
mit Wem Du das leben willst.
Mit Wem Du Dich leben willst.
Dein Liebster lebt.
Du bist klar.
Nie warst Du so klar.
Nie lag der Plan so offen
vor Dir.
Dein göttlicher Plan.
Tu. Tu es.
Tu was Du fühlst.
Spring.
Lebe. Dich.
Zeig Dich. Fang an.
Deine Fülle zu verschenken,
macht, dass Du beschenkt wirst.
Mit der Fülle dieser Welt.
Alles findet Dich.
Deine Wahrheit ordnet sich.
Alles ordnet sich.
Wenn Du Deine Wahrheit lebst.
Dein Mut
ist das Anagramm
Deines Glücks.
Du willst Niemand mehr sein.
Du bist.
Gottes einmaliges Wunder.
Lebe.
Alles wird neu.
Mitten im Leben.
Sei.

Quelle:
Martin Uhlemann – „DU“

Vienna calling

„Wien, Wien, nur du allein, sollst stets die Stadt meiner Träume sein!“ hat schon meine Oma Käthi gesungen. Auch bei mir stand die Stadt an der Donau weit oben auf meiner Liste mit Dingen, die ich in diesem Leben noch tun und sehen möchte. Leider war es uns nicht vergönnt, mit Oma gemeinsam dort hin zu reisen und jedes Mal, wenn ich es danach in Angriff nehmen wollte, kam irgendetwas dazwischen. Dieses Jahr war es dann endlich soweit: Foto vom DonaukanalBewaffnet mit einer Handtasche von Oma, einem Wien-Reiseführer, den wir ihr einmal geschenkt hatten und meiner Kamera, ging es im Juni dieses Jahres für vier Tage in Österreichs Hauptstadt. Und was soll ich Euch sagen? Es war genauso schön, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber auch anders.

Immer, wenn ich an Wien dachte, habe ich mir schnuckelige Häuser und Altstadt-Gassen, Kaffeehäuser mit Spitzendeckchen, beeindruckende Schlösser, Bauten und blühende Gärten ausgemalt. Klar, das alles gibt es auch, doch drumherum und darüber ist Wien eine sehr moderne Stadt mit einem an Italien oder den Balkan erinnernden Straßenbild, die voller Leben, Kunst, flottem öffentlichem Nahverkehr und hippen Esslokalen steckt.

stop eating animalsLetztere Begebenheit haben wir übrigens sehr ausgekostet: Ich habe in den vier Tagen so viel gegessen wie selten, denn Wien bietet für Veganer paradiesische Möglichkeiten! Angefangen mit dem österreichischen Klassiker im Strudls, über israelische Küche mit Pitataschen mit köstlichem gegrilltem Blumenkohl, Frühstück auf spanisch und Schlemmerei im rein pflanzlichem Burger-und-Pommes-Tempel von dem ich inständig hoffe, dass es das Franchise irgendwann bis nach Deutschland schafft. Gleiches gilt für das fantastische Eis bei Veganista: Wo sich andere immer noch schwertun, lecker schmeckendes Eis ohne Soja-Pappgeschmack hinzubekommen, gibt es hier traumhafte Sorten wie Melone, Mohn, Peanut Butter und Cookies als riiiiesige Bällchen im kompostierbaren (Doppel-Daumenhoch hierfür!) Becher. Besonders gefreut hat mich außerdem die Wasserqualität, die so gut ist, dass man das Wasser aus dem Hahn bedenkenlos trinken kann. So wird man denn auch in allen Cafés und unterwegs aus Brunnen bestens mit Wasser versorgt – was bei den Temperaturen hier im Sommer (und dem leichten Kater) ideal war.

Votivkirche Genug vom Essen (Bilder davon gibt’s selbstverständlich Instagram zu sehen ;-)) – da war doch noch mehr zu entdecken? Ach ja, die Bauten! Davon hat Wien nun eine ganze Menge zu bieten, wobei mich besonders die begeistert haben, an denen keine Busladungen asiatischer Touristen für ein Selfie durch Blumenrabatte trampelten. Wirklich, so schlimm wie hier habe ich das noch nicht erlebt: Leute steigen aus dem Bus aus, knipsen wild herum ohne irgendwas wirklich zu sehen, dann im Souvenirladen noch schnell ein Mini-Dirndl, eine Maß oder eine Kuckucksuhr gekauft und ab in den Bus zur nächsten Sehenswürdigkeit. Zum Glück haben wir das anders gemacht, nämlich hauptsächlich zu Fuß. Von unserem kleinen Hotel am Brillantengrund im 7. Bezirk aus konnten wir prima die ganze Stadt erkunden. Klar haben wir die „wichtigen“ Attraktionen wie den Prater, das Hotel Sacher, den Stephansdom und das Schloss Schönbrunn Schloss Schönbrunn angeschaut, aber immer so weit abseits von den Touristenhorden, wie nur möglich. Am Schloss Schönbrunn gibt es tolle weitläufige Parkanlagen, wo kein fußfauler Businsasse sich hin verirrt. Am berühmten Hundertwasser-Haus haben wir nur schnell ein Bild geknipst und schnell weg da. Viel schöner war es ganz in der Nähe im Kunsthaus Wien und am Donaukanal gleich hinter dem Haus.

Wir hatten das große Glück, dass noch alte Freunde aus Schatzis Zeit in Wien hier wohnen. Dadurch bekamen wir neben einer wunderbaren Insider-Stadtführung (Dankeschön an dieser Stelle nochmal an Sarah und Johannes!) über den Naschmarkt (ESSEN!!! <3)Über den Naschmarkt bis zum wunderschönen Schlösschen Belvedere auch Einblicke in das richtige Nachtleben Wiens – nicht im „Bermudadreieck“, sondern im Museumsquartier, wo man draußen sitzt wie im Süden (genaugenommen ist es ja Süden) und heimlich „16er-Blech“ (Wienerscher Code für Ottakringer Dosenbier) aus Studenten-Rucksäcken verkauft bekommt. Besondere Empfehlung für einen Absacker (oder auch zwei für eins, wenn man nicht aufpasst…): Die urgemütliche Kneipe“Stehbeisl„. Schloss Belvedere
Leider reichten die vier Tage wirklich nur für die absoluten Highlights dieser Stadt (und viele Restaurantbesuche ;-)). Den Zentralfriedhof, die Museen und einen Abend in der Standbar Herrmann bei Live-Musik haben wir dann also für den nächsten Besuch auf dem Plan. Und der wird sicher nicht lange auf sich warten lassen. Katzencafés, reichlich Sonne, nen Fluß, vegane Köstlichkeiten und super nette, offene Menschen mit einem Dialekt zum Knutschen – was will man mehr?

Weitere Fotos von der Reise (weitgehend ohne Touristenköppe drauf) gibt’s in meinem Flickr-Album zu sehen.

Footprints

Mit der Zeit verstehe ich besser, warum Dir dieses Gedicht so viel bedeutet hat.
Das Vertrauen darauf, dass das Universum hinter einem steht, dass alles einem höheren Plan folgt, den wir meistens nicht erfassen.

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, daß in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am
meisten brauchte?“

Da antwortete er:
„Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.“

Happy Birthday, Mom.

Originalfassung des Gedichts Footprints © 1964 Margaret Fishback Powers.
Deutsche Fassung des Gedichts Spuren im Sand © 1996 Brunnen Verlag, Gießen.

#notjustsad

„Manchmal sagst du, dass nichts ist. Aber eigentlich ist zu viel los. #notjustsad“

Nur einer von vielen Sätzen, die Menschen unter dem Schlagwort #notjustsad in den letzten Tagen geschrieben haben und die mir direkt aus der Seele sprechen. Viele davon heute, zum Weltgesundheitstag unter dem Motto „Depression – Lasst uns darüber sprechen“.

Betroffene, Angehörige von Betroffenen, das wird immer gefordert, sollen sich mehr Gehör verschaffen – aber genau hier liegt doch das Problem. Wer krank ist, macht sich nicht auf die Art und Weise bemerkbar, die von anderen verstanden wird. Tut er es, wird es oft herunter gespielt, missverstanden: wer nicht reden will, dem ist halt nicht zu helfen, nicht wahr?
So viele Worte, in denen ich mich wieder finde. So sehr ähneln sich die Empfindungen, das Leiden, das nicht-aus-seiner-Haut-können, dass es zum aus-der-Haut-fahren ist. Trotzdem wird das Verständnis für depressive Störungen nicht besser. Weil Depressionen nicht „passen“ ins angepasste Leben, nicht in eine Gesellschaft, die falschen Positivismus, Selbstoptimierung und -darstellung in sozialen Netzwerken kultiviert hat.
Traurige Säcke passen halt nicht in ein Leben, das bitteschön aussehen soll wie ein gechillter Becks-Werbespot.

Es ging mir lange gut. Nein…es geht mir oft gut. Manchmal aber eben nicht. Es ist besser geworden in den letzten Jahren, dank Therapie, Gesprächen und Lebenserfahrung und dem Schreiben. Aber es kein Schnupfen, der irgendwann ausgeheilt ist, das vergisst man so leicht. Ich habe zur Zeit keine Arbeit, bin den ganzen Tag zuhause. Was völlig okay wäre, alles unter Kontrolle, Bewerbungen laufen, demnächst Weiterbildung, alles wird gut und so. Wenn ich arbeiten gehen müsste, würde ich aus dem Fenster starren und mir freie Zeit wünschen. Aber ich kann es nicht genießen. Am Anfang war es noch Urlaub, auf Dauer zieht es mich extrem runter. Langeweile, sich nutzlos fühlen, gepaart mit Existenzsorgen im Nacken. Keine gute Mischung.

„Den ganzen Tag beschäftigt sein und sich doch unterfordert fühlen. #notjustsad“

Ich schlage nur Zeit tot und liege anderen auf der Tasche – ekelhaft, wie überflüssig man sich fühlen kann. Ich habe diese Woche zur Beschäftigung eine Serie geschaut, #13ReasonsWhy. Eine Serie, in der ein Mädchen kurz vor ihrem Suizid 13 Kassetten aufnimmt, eine für jede Person und jedes Ereignis, das letztlich zu ihrem Entschluss geführt hat, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Auch das: Keine besonders kluge Wahl, es hängt mir noch lange nach. Weniger als die Ereignisse selbst – dramaturgisch natürlich so gewählt, dass auch der dümmste Fernsehzuschauer kapiert: „Dieses Mädchen hatte es schlimm!“ – bedrückt mich die Grundstimmung. Und die ist genau das, was viele Betroffene nachempfinden können, wenn ich so die Stimmen zur Serie nachlese: Das Mädchen ist hübsch, eine Poetin, gar nicht mal unbeliebt, verliebt, hat liebe Eltern und intelligenten Witz. Nach außen hin ein ganz normales Mädel. Niemand rechnet mit ihrer Entscheidung. Natürlich nicht. Weil das, was man von außen wahrnimmt, rein gar nichts über eine Seele verrät.

„Was man nicht kennt, erkennt man nicht. #notjustsad“

„Es war nicht genug“, sagt sie in der letzten Folge. Es ist genau das, nicht die dargestellten Erlebnisse, was einem ans Herz geht. Das ist es doch, das Grundgefühl: Ich weiß, es sollte mir besser gehen. Ich habe einen funktionierenden Körper. Menschen, die sagen, dass es sie kümmert. Aber es ist einfach nicht genug! Man fühlt es nicht genug. Man selbst ist nicht genug.
Zum Glück entscheiden unzählige Betroffene für das Leben – jeden Tag aufs neue. Oder lassen es eben geschehen, dass immer wieder ein neuer Tag anbricht.

„“Diese scheiss Zeitumstellung. Fällt dir das Aufstehen jetzt auch so schwer?“ Jedes Mal Aufstehen fällt mir schwer. #notjustsad“

„Warum bist Du denn traurig?“
Weiß ich selber nicht. Wegen allem und gleichzeitig aber wegen nichts, woran man es so festmachen könnte, dass du es begreifen kannst.
„Am Wochenende soll das Wetter wieder schöner werden!“
Das kann schon sein. Macht aber keinen Unterschied.
„Hast Du dein Vitamin D genommen?“
Not going to dignify that with a response.
„Mach doch was schönes mit Freunden?“
Freunde. Gerade habe ich das Gefühl, ich habe niemanden. Ich versuche es, denke ich jedenfalls. Melde mich bei Personen, die ich als Freunde bezeichne. Sie haben andere Dinge zu tun, wichtige Dinge, sie haben Jobs und Kinder und Verabredungen. Wenn wir uns treffen, kann ich nicht mitreden, bin einfach nicht mehr Teil dieser Welt. Und ich möchte nicht die sein, die klammert. Schaut Euch meine Chatverläufe an bei WhatsApp, wie oft ich Leute antippe, nach Treffen frage, mich erkundige, wie es denn so geht, versuche, mit ihren Pläne zu schmieden oder einfach nur den Kontakt zu erhalten um das Gefühl zu haben, dass da noch wer ist.

„Depression ist auch, sich tagtäglich aufs neue schuldig zu fühlen, weil man eine Last für die seinen ist. #notjustsad“

„Willst Du darüber reden?“
JA! Nein.

„Mein Tagebuch ist der einzige Ort, an dem ich allen Gedanken & Gefühlen freien Lauf lassen kann #notjustsad“

Öffnet eure Ohren, falls ihr jemanden kennt, der nicht einfach nur traurig ist. Öffnet die Herzen und breitet die Arme weit aus und dann sagt einfach mal…nichts. Keine Worte können diese Leere füllen. Nur da sein. Das Gefühl geben, dass es eben nicht egal ist. Dass er oder sie einen Platz in eurem Leben hat. Verlangt auch keine Worte, denn es gibt keine Erklärung für das Gefühl, eine Last zu sein, für die Unerträglichkeit des Lebens, für Einsamkeit, die tief aus dem Inneren kommt.

„Wenn ich nur wüsste, wo ich mich verloren habe… #notjustsad“

Allen, die selbst diese Momente haben – bleibt stark. Für jede Momente, in denen sich die Wolken verziehen, in denen wir etwas spüren, in denen wir Freude haben und Stunden mit Menschen in unserem Leben, für die wir dankbar sind. Es macht sehr wohl einen Unterschied. Ihr macht einen Unterschied.

We’re #notjustsad
We #wontgiveup
#wematter
#fuckdepression.

Friends? What friends?
I only know people who are too busy with their kids, jobs or exciting social activities to care.
None of which I have – which is why I’m no longer part of their inner circles.

fragile mind

So wurde ich denn gefragt, warum ich schon länger nichts mehr geschrieben habe. Die Antwort kam mir sehr direkt in den Sinn: Weil ich gerade in der Fastenzeit bin und mir der Rotwein fehlt, der sonst so oft der Begleiter meiner meist nächtlichen Schreibattacken war.
Kleiner Hemingway.
Hinzu kommt, dass ich im Grunde nur dann in den Schreibfluss komme, wenn mich etwas bewegt, etwas passiert ist. Ich entweder zu einer neuen Erkenntnis für mein Leben gelangt bin, ich ich festhalten oder mir etwas von der Seele reden möchte.
Beides – Alkoholkonsum und das Leben im Grenzbereich von Gefühlen, die mich in den Abgrund reißen können – sind Zustände, denen ich nicht länger Platz in meinem Leben einräume.
Sich betrinken, um Gefühle besser zu ertragen (in meinem Falle eher: zu ergründen) ist eine sehr hässliche Fratze, die mir mein altes Leben oft genug vorgeführt hat.
Ich will es nicht länger.
Ebenso wenig wie den freien Fall.
Also schreibe ich. Schwebend, nüchtern und ganz klar.
Ich habe Angst, das Gleichgewicht zu verlieren, den fragilen Zustand. Erst heute wieder gefährdet durch einen bösen Traum: Eine Person, ich glaube in Vertretung meines Unterbewusstseins, sprach darin zu meinem Freund, unwissend, dass ich mithöre. All meine Zweifel, aber auch gemeinen Spott und Hohn – dass ich ja sowieso nicht wisse, was ich will, dass ich ihn wohlmöglich enttäuschen würde, dass meine Ex-Partner die bessere Wahl gewesen seien. Ich war schockiert und wütend, sogar noch lange nach dem Aufwachen.
Wie gemein! Wie hinterhältig! Was für Lügen!
Oder?
Zweifel kamen auf: Vielleicht hatte die Person im Traum nur ausgesprochen, was ich eigentlich denke, mir Zugang zu meinem unbewussten Wissen gewährt. Der zweite Gedanke brachte mich dann aber zum Lächeln: Mein Ex, besser? In welcher Welt?? Jemand der mich so behandelt hat? Definitiv: Auf gar keinen Fall wahr! Ich bin froh um den jetzigen Zustand, einen Menschen an meiner Seite zu haben, der mich achtet und ehrlich mit mir ist. Wo auch immer es hingehen wird.
Dann hat mich ein Gespräch mit einer Freundin beschäftigt. Sie erzählte mir – was ich noch nicht wusste – dass besagter Ex an Karneval seine neue Freundin (die es gar nicht gibt, welche dreiste Unterstellung von mir, haha!) im Freundeskreis vorgestellt hat. Zu dieser Gelegenheit muss er auch wieder kräftigst auf die Tränendrüse gedrückt haben, weil ihn jetzt alle doof finden. Sogar soweit, dass seine Neue die Freunde angegangen ist, dass diese sich ja nie bei ihm melden würden. Der arme. Also echt.
Ich weiß nicht, was diese Information mit mir macht. Es ist nichts neues. Es interessiert mich nicht besonders und bringt mich auch nicht mehr zum weinen vor Wut und Hass auf diese falsche Person, die meint, Menschen zu manipulieren und anzulügen, habe seinen Platz in Freundschaften. Für den Freunde sowieso nur für die Kneipe gut sind und für die man nicht Zeit, Interesse, ein Ohr, ein Herz hat. Oder denen gegenüber man auch mal nen Fehler einräumt, statt sich weiter aufzuführen wie die personifizierte Arroganz.
Ich weiß nicht, was es macht. Es lässt mich auch nicht kalt. Doch ich werde es aushalten.
Kein Wein. Kein Weinen. Es ist alles in Ordnung. Es geht mir gut. Ich habe überlebt. Das schlimmste, was ich mir vorstellen konnte im Leben, gleich zweimal überstanden. Ich stehe noch hier. Alles ist sicher, er kann mir nicht mehr weh tun, auch wenn seine beißenden Worte es bis in meine Träume schaffen. Während er an irgendwelchen Theken hängt und mir nachts Mail mit weinerlichen, selbstmitleidigen Vermiss-Dich-Popsongs schickt.
Ich bekomme mein Leben wieder in den Griff. Ich wähle die Sonne, auf dass der Schatten hinter mich fällt.

I
CHOOSE
HAPPINESS