Ich erinnere mich gut an die Zeit, als ich einen bestimmten Song immer wieder gehört habe, weil der Refrain ziemlich genau mein Lebensmotto zu jener Zeit gewesen ist: „Don’t let me get me – I’m my own worst enemy…“
Ich erinnere mich daran, weil jemand in meinem Leben gerade Zeit für sich braucht, sie aber nicht aushält. Sich ablenkt, statt zu sich zu finden oder wenigstens zu suchen. Sein ärgster Feind ist und mit sich selbst allein gelassen nicht ertragen kann.
Ich wundere mich, wie anders ich inzwischen diesbezüglich geworden bin. Zwar bin ich nach wie vor sehr weit davon entfernt, mich selbst zu lieben, in mich zu vertrauen oder mich ausreichend zu finden. Doch halte ich meine Gesellschaft gut aus. Ich kann alleine sein, bin es gerne und oft, immer wieder – ja ich brauche es mitunter sogar, mich zurückziehen und mir alleine etwas gutes zu tun. Es sind die Tage oder Stunden, in denen meine Seele zur Ruhe kommt und das ständige Rauschen in meinem Kopf leiser wird. In die Stille hinein lache ich über mich, wenn ich mich dumm anstelle oder in den Spiegel sehe. Häufig rede mit mir selbst (Ich glaube, ich brauche dringend wieder eine Katze!)

Die Welt da draußen ist heute mein Feind – all die Erwartungen, das Streben nach falschen Idealen, die Konflikte, Missgunst, die nicht vorhandene Liebe, mit der Menschen einander und allem anderen Leben begegnen. Ich mag es, mich zurückzuziehen mit mir selbst. Denn auch wenn ich mich nicht in allem superklasse finde, so achte ich wenigstens einige Dinge an mir inzwischen. Ich weiß, ich trage viel Liebe in mir, Mitgefühl sowie meiner Meinung nach die „richtigen“ Ansichten. Werte, die ich in anderen Menschen selten gespiegelt bekomme. Es ist ein bisschen „ich gegen die da draußen“ dann, in den ruhigen Stunden nur für mich und ich kann gar nicht verstehen, wie man diese nicht genießen kann. Nicht funktionieren müssen. Nur das machen, was und wie ich möchte. Ich weiß nicht, ob es am Alter liegt, dass ich heute Waffenstillstand mit mir geschlossen habe. Vielleicht ist es aber auch eine Notwendigkeit, um gegen das da draußen geistig halbwegs bei Gesundheit zu blieben.

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