1. Korintherbrief 13, 1-13

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete
und hätte die Liebe nicht,
so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

Und wenn ich prophetisch reden könnte,
und alle Geheimnisse wüßte,
alle Erkenntnis hätte
und hätte allen Glauben,
so dass ich Berge versetzen könnte
und hätte aber die Liebe nicht,
so wäre ich nichts.

Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte,
und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe
und hätte aber die Liebe nicht,
so wäre es mir nichts nütze.

Die Liebe ist langmütig,
die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht,
sie prahlt nicht,
sie bläht sich nicht auf.

Sie handelt nicht ungehörig,
sucht nicht ihren Vorteil,
läßt sich nicht zum Zorn reizen,
trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht,
sondern freut sich an der Wahrheit.

Sie erträgt alles,
sie glaubt alles,
sie hofft alles,
sie duldet alles.

Die Liebe hört niemals auf,
wo doch das prophetische Reden aufhören wird
und das Zungenreden aufhören wird
und die Erkenntnis aufhören wird.
Denn Stückwerk ist unser Erkennen,
Stückwerk unser prophetisches Reden;
wenn aber das Vollendete kommt,
vergeht alles Stückwerk.

Als ich ein Kind war,
redete ich wie ein Kind,
dachte wie ein Kind
und urteilte wie ein Kind.
Als ich ein Mann wurde,
legte ich ab, was kindlich war.

Wir sehen jetzt durch einen Spiegel
in einem dunkeln Wort;
dann aber von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich’s stückweise;
dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin

Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

(1. Korintherbrief 13, 1-13)

Sänk ju for träweling…

I solemly swear that I will never again make fun of Mr.“Westerwave“ or the people of „Deutsche Bahn“ and their poor spoken English.
Ein Vorstellungsgespräch ist eigentlich eine schöne Sache. Vor allem wenn man in eine Firma eingeladen wird, in der man wirklich gerne arbeiten würde. Blöd nur, wenn die netten Menschen dort zu viert sind und das Gespräch gerne komplett in englischer Sprache führen möchten. Sis wos a rielly peinlich sitjuähschen!!
Ich habe ein abgeschlossenes Studium in englischer Literatur, ich schaue Filme und lese Bücher ohne Probleme in englischer Sprache. Ich übersetze und schreibe gerne und – wie ich glaube auch recht flüssig – Texte in englischer Sprache. Aber sprechen? So aus dem effeff? No, äh ei don’t sink sis is äh or wos very good. Eher not.
Das Gespräch an sich war sehr nett: Fragen zu meinem potentiellen Aufgabengebiet, wie ich in Situation X agieren würde. Alles prima, die Antworten wusste ich – nur wie sag ich’s meinem Gesprächspartner? Wie einer mündlichen Prüfung hörte ich mich mit fremden Zungen reden. Keine der Zeitformen kam richtig heraus, keine Vokabel („Kundenbefragung“, „Verhandlungsspielraum“) fiel mir passend ein. Ich saß daneben und schämte mich, während der RainMan in mir munter drauflos denglischte.
Sänks änywei for äh inweiting me tu your company for this äh Gespräch. Ich glaub ich brauche einen Konversationskurs an der Volkshochschule meines Vertrauens.

as time goes by

Wie die Zeit vergeht…
Vor etwas mehr als einem Jahr bin ich von Köln nach Hamburg umgezogen. In die einzige Stadt, in die mich zehn Pferde hätten hin kriegen können. Und die einzige Stadt, in der sich mir nach Studium und erfolgloser Suche nach einem Volontariat endlich eine Stelle bot. Vom Elternhaus ans Tor zur Welt. Vom „warmen“ Westen in den kühlen Norden. Von Rievkooche zu Fischbrötchen. Der Abschied zu den Klängen von Do bes Kölle an Weiberfastnacht war mir schwergefallen, unter Tränen verabschiedete ich Freunde und Verwandte und versprach, nächstes Jahr wieder da zu sein.

Abfahrt von Köln-Lövenich

Der Beginn war schlimm: Der Park gegenüber gruselig, die Stadt einfach beängstigend groß, die Nachbarn feierten Technoparties und in der ganzen Stadt niemand, den ich kannte. In der Zwischenzeit ist eine Menge passiert. Bald werde ich wieder umziehen, denn der Job ist befristet. Wieder Bewerbungen schreiben, wieder Koffer packen, wieder ein neuer Abschnitt. So viele Koffer sind es gar nicht. Denn: Ich habe die Möbel der Vormieterin größtenteils übernommen. Die meisten Sachen daheim gelassen. Ich habe immer noch Kisten unausgepackt hier stehen. Ein Jahr lang Leben wie auf der Durchreise, immer einmal wieder nach Hause fahren, wenn die Sehnsucht zu groß wird. Doch mit der Zeit wird auch eine fremde Stadt ein Stückchen Zuhause. Man gewöhnt sich schnell an den Zauber von Hamburg: Den blauen Himmel, die Nähe zum Meer. Die gar nicht so kühlen Nordlichter und ihr „Moin“ und „Tschüß“ sind mir ans Herz gewachsen. Ich habe neben schlechten auch sehr schöne Tage erlebt hier. Einen tollen Mann kennengelernt. Sogar an die Nachbarn gewöhnt man sich mit der Zeit und im Park gegenüber kenne ich jedes Eichhörnchen. Manchmal ist es sogar schön, weiter weg zu wohnen: Wenn ich nach Hause komme, ist es etwas Besonderes. Ich freue mich wie verrückt auf Weihnachten mit meiner Familie. Manche Dinge, die einen früher gestört haben, sind nicht mehr so wichtig. Der Papa gibt sich viel Mühe und besorgt Berge von Lebensmitteln, wir trinken zusammen Wein und reden, die Oma bezieht das Bett mit der alten Pferdebettwäsche. Freunde treffen ist zwar nicht mehr so einfach, aber intensiver: Du nimmst dir bewusst Zeit – und siehst anhand der Besuche, wem du wirklich etwas bedeutest.

Sonnenuntergang an der Schlei

Bald heißt es also wieder Koffer packen und weiter gehen. Nur in welche Richtung? Ist zurück ein Rückschritt und wäre Bleiben ein Neubeginn? Wenn ich hier eher einen Job bekommen kann, warum nicht hier bleiben? Und was ist mit Köln? Do bes doch Kölle und nicht Fischkopp, oder? Wie die Zeit vergeht…

happy easter

Mein langes Wochenende in der Heimat geht auf den Höhepunkt zu…gleich geht es zum Gottesdienst und dann zu den Großeltern, wo ich den ganzen Tag mit Essen vollgestopft werde. Man könnte fast meinen, wir wären Griechen.
Schön waren auch die Tage vorher, z.B. als Papa mal ganz spontan einen Entsafter gekauft hat, der sich anhört wie ein Düsenflugzeug, dabei aber aus vier Händen voll Obst und Gemüse ein Glas seeehr leckeren Saftes produziert.
Und am Karfreitag war ich mit der Maus laufen (und Samstag schwimmen, jawohl!). Die schöne Laufrunde am Decksteiner Weiher sah schon sehr einladend aus. Blaues Wasser, Frühlingsluft.
Einfach herrlich. Heute ist das Wetter leider nicht so herrlich – aber ich muss ja keine Ostereier im Garten suchen, sondern nur essen.
In diesem Sinne: Ein schönes, besinnliches Osterfest im Kreise eurer Familien!