Büroalltag

Heute ist wieder einer der Tage, an denen ein Meeting gefühlte Stunden dauert, der Kopf pocht und alle Kollegen verdächtig ruhig sind: Es ist Bergfest, der Mittwoch, an dem die Hälfte der Woche schon in den Knochen steckt, aber das Wochenende noch nicht direkt vor der Nase liegt. Weil wir alle so müde sind greift der ein oder andere zu härteren Maßnahmen als Kaffee. Mein Tischinsel-Sitznachbar und werter Kollege macht gerade ein Selbstexperiment mit einem Getränk, bei dessen Verpackung und Anblick ich lieber das Sondermüll-Mobil für die Entsorgung anrufen würde! Auch die Webseite des Herstellers macht mir ein bisschen Angst und ich bereue gerade, nicht beim Erste-Hilfe-Kurs dabei gewesen zu sein…


Mal schauen, wie er das verkraftet 🙂 Sein erster Geschmackseindruck: „Schmeckt wie kalter Kaffee mit Sprudel.“
Na dann. Wenn’s wach macht…

The edge of reason

In etwa fünf Stunden ist es nun soweit. Es ist der Vorabend zu meinem 30.Geburtstag.
Dreißig werden…das fühlt sich noch so weit weg an. Dreißig, das sind in meinem Kopf irgendwie doch alles Erwachsene, Leute mit Kindern, verheiratet, angekommen im Leben und schon viel weiter, als ich es mich fühle. Mit 30 hatten meine Eltern schon zwei Kinder in die Welt gesetzt und für mich waren das die tollsten, vorbildlichsten Eltern überhaupt. Ich fühle mich immer noch nicht „groß“, an den Gedanken, einmal Kinder zu haben, kann ich mich zur Zeit echt nicht gewöhnen. Verheiratet? In weiter Ferne. Und anstatt schon seit Jahren im Leben angekommen zu sein, verbringe ich meinen Geburtstag passenderweise mal wieder auf der Autobahn – zwischen der Heimat und meinem Wohnort pendelnd, an den es mich verschlagen hat, um endlich einmal ans Arbeiten zu kommen.
Ein wenig wehmütig werde ich heute abend schon.
Dreißig werden, das klingt so nach Bridget Jones, nach treuen Freunden und blauer Suppe…und nach dem perfekten Mr.Darcy, der einen endlich als die tolle, selbständige wenn auch tollpatschige Frau schätzt, die man schon lange ist. Die Zwanziger liegen hinter uns. „Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf“ heißt es…Ich habe das Gefühl noch mittendrin zu sein – ohne Plan, wie das mit der Grazie und Gelassenheit im Leben eigentlich geht.
Bis dahin lese ich vielleicht nochmal das Buch…vielleicht kommt die gefühlte Dreißig dann ja doch noch. Und dann werd ich mich darüber freuen, dass ich jünger aussehe.

Heimweh

Heimweh ist ein wundersames Gefühl. Es zeigt Dir, wo Deine Wurzeln sind, wo Dein Herz Dich hinführen wird. Trotzdem, manchmal weißt Du „Hey, es muss sein, aber irgendwann, irgendwann kann ich dem wieder nachgeben und dann komme ich zurück.“
Immer, wenn ich mich hier einsam fühle und Angst habe, mich zu entfernen, von allem, was mich ausmacht, hilft mir dieses Lied.
Wir haben es gehört in der Karnevalsnacht, bevor ich nach Hamburg gezogen bin. Jedes Mal, wenn ich es höre, denke ich an Euch. An Euch, meine Lieben zuhause. An Köln und die schönen Tage dort.
Irgendwann komm ich wieder. Denn auch ich bin Kölle…