Dunkle Stunden

An einer Straßenkreuzung in Hamburg, es ist kurz vor Mittternacht. Menschen stehen um ein Blumenbeet mit Sitzgruppe vor einer Bäckerei. Um sie herum Scherben, Kreidestriche auf dem Asphalt, verbogenes Metall. Auf dem Beet ein Meer von Kerzen, weißen Lilien und Rosen. Wir legen drei hinzu. Eine für jeden Menschen, der hier heute nachmittag verstorben ist.

Heute morgen, einem frühlingshaften Samstag im März, war ich mit meinem Fahrrad noch dort entlang gefahren, so wie jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit. Es ist immer viel los hier, besonders samstags, eine belebte Einkaufsstraße mit regem Verkehr, mein Lebensmittelladen mittendrin. Nun ist es still hier, auf der Kerzeninsel mitten in der Stadt. Heute nachmittag ereignete sich ein furchtbarer Autounfall, bei dem ein Wagen sich mitten in eine Menschenmenge hinein überschlug.
Menschen, die vielleicht nur noch schnell etwas einkaufen wollten oder mit ihrer Familie spazieren gingen. Ich war an diesem Nachmittag ausnahmsweise in einem anderen Geschäft einkaufen und erfuhr kurz darauf am Telefon, dass es dort, vielleicht 150m von meiner Wohnung entfernt, jenen schlimmen Unfall gegeben hatte. Wo waren wir anderen, als dort das Leben für drei Menschen einfach anhielt? Einige von uns waren sicherlich einkaufen, ein paar schauten Fußball, andere vielleicht die Nachrichten, zum zehnten Mal an diesem Tag, an dem in Japan in Folge eines furchtbaren Erdbebens eine Atomkatastophe passiert…Ein düsteres Wochenende, an dem so viele Menschen in Japan gestorben sind und noch vermisst werden. An dem mit einem lauten Aufschlag drei Menschen und ihre Angehörigen mitten aus dem Leben gerissen werden.

Memento mori.

Es kann so schnell zuende sein.
Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der drei Opfer und den Menschen, die von den Folgen des Erdbebens in Japan betroffen sind.

Sieben Wochen ohne

Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Die Fastenzeit beginnt für die Christen unter uns. Vor vielen Jahren, im Konfirmandenunterricht, brachte unsere Pfarrerin uns die Idee hinter dem evangelischen Fastengedanken nahe. Viele Menschen der heutigen Zeit, nehmen die Fastenzeit gar nicht mehr wahr: Weil Kirche nichts für sie sei. Weil darum christliche Bräuche nichts für sie seien. Aber Weihnachtsgeschenke und Osterdeko nehmen wir alle gerne 🙂

Dabei lässt sich gerade die Fastenzeit so gut in unser modernes Leben übertragen: Es geht nicht mehr (nur) um den reinen Verzicht auf Fleisch in den 7 Wochen bis Ostern. Es geht darum, das eigene Leben, das doch meist im Überfluss stattfindet, einmal bewusster zu erleben: „Auf was willst du verzichten? Auf was kannst du überhaupt (noch) verzichten? Was hat sich verzichtbar gemacht, was willst du ablegen? Oder gibt es etwas, das du neu beleben, wieder überdenken willst?“ (von einem User auf http://www.7wochenohne.evangelisch.de/blog)

In diesem Jahr lautet das Motto der Fastenaktion der evangelischen Kirche „7 Wochen ohne Ausreden“.

Fastenzeit heute, das bedeutet, sich von einer lieb gewordenen Angewohnheit, Bequemlichkeit, Sucht zu trennen und wahr zu nehmen, wie sich diese Lücke füllt. Wahrnehmen, wie es ist, denn Fernseher aus zu lassen. Zeit zu gewinnen, für Freunde, Bücher, Hobbies…Wahrnehmen, wie es ist, keine dummen Ausreden zu nutzen, sondern Aufrichtigkeit wieder neu zu erlernen und zu erleben. Gewohnheiten wie regelmäßigen Kosum, einfach mal 7 Wochen abzulegen und zu fühlen, ob es auch ohne geht.
Fasten, das ist Verzichten. Um zu erfahren.

Karneval 2011

…leider nur mit der Handykamera und nur bis Karnevalssamstag gefeiert. Bilder vom Marienbild und den Rheinterrassen. Schön war’s!

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Nach dem Spiel…

…ist vor dem Spiel. Ein paar Bilder von unserem schönen „Müngersdorfer Stadion“.


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being a cat