sprachlos am morgen

Heute auf dem Weg zur Arbeit, herrliches Wetter, radel ich eine Straße entlang. Zwischen zwei parkenden Autos tritt eine Frau hervor. Bestimmt ein Model, denke ich, mit ungemachten Haaren, sommerlichen Flatterklamotten, wunderschön. Sie dreht sich im gehen herum und lächelt strahlend ihrem Freund zu. Wooow, denke ich. Jeans und schwarzes Hemd, perfekter Dreitagebart, Strubbelfrisur, tolles Lachen und mindestens genauso schön wie sie. Und dann drehen sich beide herum: Zwischen den Autos kommt ein cremefarbener Labrador-Welpe hergetrappelt. Wedelt vor Freude wie blöde mit dem Schwanz und trägt im Maul die Brötchentüte…

untitled

Ich bin nicht missgünstig, wirklich nicht. Das Glück der anderen, ob ein Wochenende mit dem Schatz am Meer oder das Gefühl, verliebt zu sein…ich gönne es Euch von Herzen. Es stößt mich nur mit Nase darauf, dass irgendwas fehlt.

*nasereib*

Ein schönes und glückliches Wochenende.

angels

Heute auf dem Ohlsdorfer Friedhof spazieren gewesen. Das hatte ich schon sehr lange geplant und endlich geschafft. Trotz Busverkehr und Autofahrern dort – was mich zuerst doch ein wenig irritiert hat – ist der „größte Parkfriedhof der Welt“ wirklich wunderschön! Mit seltenen Bäumen, Wasseranlagen, Kapellen (sogar Magnolien gibt es hier) haben die Architekten einen  „paradiesischen“ Ort für die letzte Ruhestätte geschaffen. Hier werde ich auf jeden Fall noch öfter hin kommen, es gibt noch viel zu sehen.

Ein Dankeschön an das nette Ehepaar, das mir ungefragt eine Grabstätte gezeigt und dazu die Geschichte von Otto Witte, dem „ehemaligen König von Albanien“ (wenn auch nur für fünf Tage, so die Legende denn stimmt) erzählt hat.

Hier einige Impressionen von diesem schönen Ruheort…

song to say goodbye

Manchmal, wenn Dir Fragen im Kopf herumgeistern, stolperst Du rein zufällig über die richtigen Worte dazu. Diese hier sind für jemanden, mit dem ich mich heute gedanklich sehr beschäftigt habe, zufällig gefunden auf YouTube…von Placebo:

You are one of god’s mistakes.
You crying, tragic waste of skin.
I’m well aware of how it aches.
And you still won’t let me in.
Now I’m breaking down your door,
To try and save your swollen face.
Though I don’t like you anymore
You lying, trying waste of space.

You were Mother Nature’s son.
Someone to whom I could relate.
Your needle and your damage done,
Remains a sordid twist of fate,
Now I’m trying to wake you up,
To pull you from the liquid sky.
Cause if I don’t we’ll both end up with just your songs that say goodbye.

Und hier das wunderbare Video dazu:

into the blue

I totally understand why this nail coat color is named „charming“ 🙂
Now my nails look like my kitchen doorway – I love this color <3

Have a great weekend, all of you…with lots of blue sky, time for photography, friends and family.
Take care.

to my younger self

Fragst Du Dich manchmal, wann Du endlich die gleichen Fehler nicht mehr zweimal machen wirst? Oder wann Du endlich verstehen wirst, dass andere Menschen nicht so funktionieren, wie Du es Dir wünscht? Ohne Dir böse Absichten zu unterstellen, aber Du fragst Dich doch schon manchmal, warum nach Wochen, in denen Du Dich eingeigelt und zurückgezogen hast, plötzlich niemand Zeit hat, wenn Dir nach Party zumute ist? Warum jemand, den Du liebevoll gesund pflegst, nicht bereit ist, dasselbe für Dich zu tun.
Warum Du die besten Absichten haben kannst, aber andere Menschen Dich falsch verstehen. Warum niemand Deine Launen voraussagen kann: Dich in den Arm nehmen, wenn Du es brauchst und einen weiten Bogen um Dich machen, weil Du sonst unerträglich bist. Warum es niemand mit Dir aushält. Warum an manchen Tagen die ganze Welt Dich hasst und an anderen es Dir scheißegal ist – und wenn sie Dich alle hassten…
Manche Dinge hast Du inzwischen echt verstanden vom Leben. Aber manchmal, da fasst Du Dir sicherlich an den Kopf und fragst Dich, wann Du endlich klüger aus Deinem Leben wirst.
Ich kann es Dir sagen: Ich denke, niemals. Es ist einfach Deine komische Natur. Du bist viel zu gerne seltsam, um irgendwann zu klug zu werden für Deine eigenen Fehler.

you look at me and suddenly…it’s (not) spring.

Ein Freund und Leser meines Blogs bezeichnete diesen kürzlich als meinen „kleinen depressiven Blog“. Erst war ich empört, aber heute muss ich mal wieder zustimmen. Vielleicht sind die meisten Geschichten hier tatsächlich depressiv. Vielleicht ja, weil es nunmal meine sind.
Die heutige ist auch nicht schöner, also geht besser raus an die Sonne. Aber das Eincremen nicht vergessen! Es ist der zweite April 2011 und wir haben in Hamburg strahlenden Sonnenschein bei 19°C.
Ein Tag, um endlich mal nur im T-Shirt herumzulaufen, gemütlich zu frühstücken, dann ein wenig durch die Stadt zu bummeln. Einfach mal entspannen von der Arbeitswoche, mit einem Menschen, der mir viel bedeutet….

Hat ja gut geklappt. Noch bevor ich mein Brötchen aufessen konnte, gab es den gefühlten dritten Streit. Weil diese Person einfach alles, was ich sage, anders versteht und grundgenervt von mir ist. Ich bin sicherlich kein einfacher Mensch. Aber hier verstehe ich wie immer nicht, was ich falsch gemacht habe. Ich höre zu, ich versuche darauf einzugehen. Anscheinend ist das nicht erwünscht, ich soll nur der Seelenmülleimer sein, der „einfach mal die Schnauze hält und seinen Saft trinkt“. Wenn jemand, auf den ich mich freue, an einem Tag, auf den ich mich die ganze Woche freue, alles was ich sage falsch verstehen und sich streiten möchte…da vergeht mir die Lust an allem. Warum ist das so schwer nachzuvollziehen, all ihr Antidepressiven da draußen? Es ist mir egal, wie dolle die Sonne scheint, egal, wie sie da alle mit ihren Spielerfrauensonnenbrillen rumflanieren – mein Herz macht dann nun einmal den Spielverderber. Schickt mir ein paar Tränchen der Enttäuschung. Macht mich traurig, dass ich mich mal wieder auf etwas gefreut habe, ob wohl ich hätte wissen können, dass es so kommt. Und so sitze ich mal wieder zuhause. Am ersten Sommertag eines Jahres, der nie wieder kommen wird.

Oldie-Radio spielt „She’s a lady“ und „Bridge over troubled water“. Wie passend. Nach außen jemand, der mitten im Leben steht und gerne Spaß hat, innen ein ganz kleines, depressives Schreiberlein. Meine Freunde, meine Familie, sind alle weit weg, irgendwo in NRW oder an die See gefahren. Alleine da raus gehen und mir die ganzen fröhlichen Leute ansehen? Nein danke. Das macht es nur noch schlimmer. Packe meine Bücher aus, die ich mir im Frust gekauft habe. Echte Freunde. Die muss ich nicht überreden, mich endlich mal besuchen zu kommen. Sie bleiben brav im Regal und erzählen, wann immer ich Geschichten hören mag. Verstehen mich genau richtig. Bringen mir etwas bei. Über die Intelligenz von Krähenvögeln.
Vielleicht werde ich im nächsten Leben auch eine Krähe. Das sind doch schöne Tiere. Sie müssen auch nicht im Frühling draußen herumlaufen, weil man sie sonst als Sonderlinge betrachtet. Wie friedlich.