Friendship Day

Samstagmittag. Ich liege im Bett und genieße das Gefühl, endlich mal wieder ausgeschlafen zu haben. Trinke meinen Espresso aus einer Tasse, die mir ein lieber Mensch aus Frankreich geschenkt hat. Vor genau einer Woche um diese Zeit, da lag ich noch mit Basti und Marianne am Pool, eine richtig schöne Erinnerung. Ich hoffe, Boyanas Urlaub am Meer in Bulgarien nach ihrer Hochzeit war ebenso schön. Aus meinem Laptop dringt Relax- Mucke von einem Bekannten. Ich überlege kurz, Katinka anzurufen und mit ihr zu besprechen, wann sie und Tom mich besuchen kommen wollten, aber weiß, sie ist in Urlaub. Da fällt mir ein, Jana wollte mich eigentlich auch besuchen kommen, aber sie wird inzwischen ihren neuen Job angetreten haben. Auch da sollte ich mich unbedingt melden – unter der Woche komme ich einfach zu nichts.

Aus der Ferne ist alles etwas schwieriger zu pflegen. Mona und ihre Boys, wie lange hab ich Euch jetzt nicht gesehen…Oder Michaela – ich habe Deinen Sohnemann Mariano noch gar nicht persönlich auf der Welt willkommen geheißen. Das holen wir nach, sobald ich zuhause bin! Britta denkt bestimmt auch ich hab sie nicht mehr lieb, was natürlich Blödsinn ist. Aber wir sind beide so viel mit der Arbeit beschäftigt – da bleibt nur das Wochenende und die wenigen Besuche in der Heimat. Olli ist grad in seiner Heimat, auf meinem Handy sind noch Fotos, die er mir von seinem Konzertbesuch gestern Abend geschickt hat. Ich muss grinsen. Scheinbar wurde ich vermisst. Ich hab zwei neue Nachrichten über twitter. Schon komisch, ich habe die beiden kölschen Menschen mit dem lustigen Zeichen davor, @arithmetix und @zollstocker, noch nie persönlich getroffen. Trotzdem ist es schön, sie zu kennen.
Maria muss ich heute aber auf jeden Fall noch anrufen, mein Sorgenkind 🙂 und beste Freundin. Wie sie mir schon wieder fehlt, obwohl sie neulich erst ein langes Wochenende mit mir den Hamburger Hafen unsicher gemacht hat! Manchmal frag ich mich schon, warum ich so weit weg gezogen bin, wo doch die meisten meiner Lieben in Köln leben. Auf der anderen Seite aber funktioniert es. Sie sind trotzdem für mich da und umgekehrt. Entfernung verleiht einer Freundschaft erst tiefere Dimension.

Das Handy meldet sich erneut. Jemand hat meinen facebook-Status kommentiert. Sowieso facebook: Das Werkzeug für Freunde-Verwalterei. Ich bin ja ein Fan davon, da es kleine Gesten wie Geburtstage-nicht-vergessen so einfach macht und es ermöglicht, wenn auch nicht direkt, dann doch durch hin und wieder mal reinschauen am Leben der Freunde und Bekannten zu partizipieren.
Mal schauen. Aha, Anja aus Wuppertal hat also nicht wie ich gestern „Spaceballs“ geschaut und Norman aus Kölle wünscht mir viel Spaß beim Astra-Day in Hamburg. Natalie im fernen Singapur geht es immer noch gut, scheint grad zu Besuch in Kölle zu sein, den vielen Herzchen nach zu urteilen. Antonia und Stephan haben Bilder eingestellt vom gestrigen Besuch auf dem Dom. Stella verteilt Küsschen an alle ihre Lieben, ich schicke ihr eins zurück.
Langsam könnte ich mal aufstehen, die Welt da draußen scheint aber auch noch nicht so richtig aktiv zu sein. Ich könnte endlich mal Annika ein Geburtstagsgeschenk besorgen, wir sehen uns ja vielleicht morgen zum Sport oder wenigstens zum Klönen. Dann Wäsche aufhängen und los, mit Micky treffen. Geld sparen und uns trotzdem einen tollen Tag machen, weil wir nicht viel mehr brauchen als uns und ein nettes Plätzchen, wo man in Ruhe reden und aufs Wasser schauen kann.
Das Lied hier ist für Dich:

Happy Friendship Day, alle miteinander! Ich hab Euch lieb.
Und nicht vergessen: “Love actually IS all around.”

Mängelexemplar

Da hat mir ja die gute Micky ein tolles Buch geliehen. Gleich im ersten Kapitel beschleicht mich das Gefühl, Autorin Sarah Kuttner müsse mich irgendwie beobachtet haben – die Beschreibung passt so schön:
“Ich bin anstrengend. Das klingt erst einmal ziemlich lässig. Es klingt liebenswert und ein wenig kokett, selbstironisch, im Grunde genommen genau so, wie man sein Mädchen gerne mag […]. Ich werde sehr schnell wütend, traurig, überdreht und laut […]. Das ist anstrengend. Es ist anstrengend für mein Umfeld, und es ist vor allem anstrengend für mich.”

Fussballmädels

So wird man gerne begrüßt, wenn man aus dem Kurzurlaub zurück kommt!
Auch wenn die Mädels alle Fans anderer Fußballclubs sind: Ich find’s toll, dass wir kommende Woche zusammen einen der Vereine anfeuern gehen.
Und dann geht auch eeendlich die Bundesliga wieder los.
Dass ich diesen Satz mal sage, hätt ich auch nie gedacht. 🙂

Meins!

Liebe Kollegen, nicht dass es da wieder ein Missverständnis gibt: Diese Tasse ist M-E-I-N-E!
Nicht wie die Köln-Tasse, die erst auf dem Schreibtisch von anderen Kollegen gesichtet wurde, bevor sie eines Tages ganz verschwand und in keiner der Bigpoint-Küchen aufzufinden war.
Das da ist meine! Und wenn ich die irgendwo suchen muss oder bei einem von Euch auf dem Tisch sehe, dann gibt’s Ärger und ich mache das mit Euch, was die Katze da mit der Tapete macht 😉

Kurzfassung

Zelte abgebrochen, auf in den Norden. Alleine. Klarkommen. Antworten finden. Freunde und Familie im Rücken gehabt. Gelitten, Genossen, alleine Hamburg entdeckt. Verliebt in Hamburg – im doppelten Sinne. Zuhause besucht. Neue Freunde gefunden. Ein Zuhause gefunden. Zuhause und Job verloren. Zurück nach Köln, Sehnsucht nach Hamburg, nach der Liebe. Kein Halten. Neuen Job gefunden. Verliebt und…entliebt irgendwie. Hafen, Schiffe, Hamburger Wetter. Regenjacke gekauft. Echte Hanseatin jetzt. Bande, die nicht mehr zu lösen sind. Freundschaften, die halten werden. Herz verloren in Hamburg. Herz gebrochen in Hamburg. “In Hamburg sagt man Tschüß”. Und nun? Zeit, Zelt abzubrechen? Nacher fühlt sich an wie vorher. Keine Antworten gefunden in Hamburg.