Avalanna

Yesterday, I read the saddest news on the “Stand Up To Cancer facebook page.

Avalanna Routh, only 6 years old, passed away yesterday. She had been fighting atypical teratoid rhabdoid tumor (AT/RT) for a long time. The news about that little girl’s death has touched me deeply and though they don’t know me, I would like to express my condolences to her family.

My sweetheart and I talked about this yesterday for quite a while. After that, he donated a lot of money he had saved during last month to The German Cancer Research Foundation. Thanks a lot, my dear – you are fantastic! :-*

I will follow his example this month and list all the unnecessary stuff I usually spend money for – cosmetics, clothes, sweets, just everything. I will save the money instead and by the end of the month donate it to Cure ATRT Now.

I would like to ask my readers to do the same. There is not much we can do against cancer, but at least we can support cancer research!

Last but not least, I’d like to ask you for another favour: NEYER. WAIT. GO. TO. YOUR DOCTOR. EARLY. If not for yourself, do it for the people who love and need you.

† Farewell, brave little Avalanna.

Please watch and share her story here on YouTube:

Regen

Heute muss ich mal mit Euch über’s Wetter reden. Aus gegebenem Anlass. Kaum hat es in Hamburg mal zwei Tage am Stück geregnet und es wird ein wenig kühler, fangen alle an zu heulen. Vermutlich so wie Noahs Kumpels damals, als er die Arche gebaut hat. Das Projekt hat er mit Sicherheit nur gestartet, weil ihm die Herbstjammerei seiner Mitmenschen auf den Sack ging.
Ich liebe das Herbstwetter. Ja, auch den Regen.
Endlich kann ich die gemütlichen Klamotten hervor holen und mich auf den kuscheligen Teil des Jahres freuen. Ohne schlechtes Gewissen drinnen bleiben. Kakao trinken, Bücher lesen, Fußbodenheizung. Keine überfüllten Plätze mit Zwillingskinderwagenpärchen. Einfach die fette Langeoog-supadupa-Regenjacke an und meine Santa Claus-Gummistiefel <3

Der Regen vertreibt sie alle und das Deck der Hafenfähre ist wieder meins.
Vielleicht macht gerade das den Herbstregen so schön für mich, das die anderen ihn meiden?

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Na klar, die ganze Grillerei und so war schön, aber nun, liebe Leute, ist die Zeit der Sammler gekommen! Regen im Herbst riecht nach Laub, Kastanien und Pilze finden im Wald – alles Dinge, die ich wahnsinnig toll finde.
Erinnerungen an den Sommer und all die Dinge, die man diesen Sommer wieder nicht geschafft hat (wieder in einen Bikini passen, die Kanutour auf der Alster, eine Sitzgarnitur für den Garten anschaffen) kommen in den großen Koffer. Zusammen mit Kleidchen, Röcken und nie getragenen Flattertuniken aus Cala Ratata.
Nächstes Jahr, wenn im März mal wieder zwei Tage nacheinander über zwanzig Grad sind, werden wir den Koffer hervor holen. Werden uns über all die Schätze freuen.
Der Traum macht den Sommer! Vor allem in Deutschland…

Frederick und die Farben

Kennst Du Frederik?

Ich hatte das Glück, eine Grundschullehrerin zu haben, die ein Faible für die Kinderbücher des italienischen Autors und Grafikers Leo Lionni hatte. In seinen Büchern geht es meistens um das Anderssein. Frederick, eine seiner Hauptfiguren, ist anders als die anderen Mäuse. Während sie den ganzen Sommer über fleißig Vorräte anschaffen gehen, liegt Frederik faul in der Sonne. Alle beteiligen sich daran, genug Essen für den langen harten Winter zu sammeln. Nur Frederick nicht – was die anderen Mäuse natürlich ziemlich doof finden. Als dann der Winter kommt, erweist sich Frederick dann doch als sehr nützliches Mitglied der Gemeinschaft: Als den anderen Mäusen in ihrem Winterlager, die Bäuche vollgefuttert, scheißlangweilig wird, ist Frederiks Moment gekommen: Er hat Farben gesammelt. Den ganzen Sommer über. So erzählt er den anderen vom Rot der Mohnblüten und all anderen wunderbaren Farben und versüßt ihnen damit den Winter.
Ich bin wie Frederick. Ein Farbensammler. Vielleicht liegt es daran, dass ich sehr schlecht sehen kann und die Umgebung für mich oft einfach zu einem konturlosen Farbbrei verschwimmt. Ich liebe Blautöne, Türkistöne, Lilatöne und alles, was die Farben von Beeren hat. Aber ich mag auch alle Schwarz, Grün- und Grauschattierungen, Pastelltöne, die Farben von Polareis, sogar Rottöne, vor allem wenn sie nebeneinander auftauchen oder mit Blaustich, so wie Bordeaux- oder Weinrot. Einzig mit Orange und Gelb kann ich nicht so viel anfangen – außer vielleicht in einem Sonnenuntergang. Farben bestimmen, was ich täglich trage, denn sie beeinflussen meine Stimmung enorm. Einmal als ich jünger war habe ich in meinem Jugendzimmer eine ganze Wand in einem satten Türkiston gestrichen. Meinen Bruder erinnerte das an ein Aquarium. Ich fühlte mich darin sehr wohl. Ich wähle mein Duschgel nicht nach dem Duft, sondern nach der Farbe aus und könnte mich stundenlang freuen, wenn Licht durch ein Weinglas schimmert und den Wein rubinrot zum Leuchten bringt…Farben sind wichtig und jede Jahreszeit hat ihre eigenen.

Darum finde ich es überhaupt nicht schlimm, dass nach den hellen Farben des Sommers, dem satten Grün, den bunten Blumen nun der Herbst kommt. Denn er hat die schönsten Farben. Kastanien z.B. könnte ich stundenlang betrachten, sie sind einfach wunderschön. Geht mal raus an einem Herbsttag, schaut Euch das Rot und das Gelb an, das Braun der Kastanien und das Blau des Himmels, es leuchtet nie schöner als an einem Herbsttag.

Einfach mal Farben tanken.

 

P.S.: Sehr schön ist auch die Geschichte von Swimmy, dem schwarzen Fisch im Schwarm.

Die fabelhafte (Welt der) Amélie

Liebe Amélie,

ich wollte Dir schon lange schreiben, aber bis Du das hier lesen kannst, werden eh noch ein paar Jahre vergehen. Ich habe also noch Zeit.

Du bist jetzt drei Wochen alt und auch wenn Du wahnsinnig süß bist, hab’ ich Dir jetzt mal etwas zu sagen: Weißt Du eigentlich, was für ein Durcheinander Du dieses Jahr angerichtet hast? Im Mai saßen Deine Mama und ich noch auf Langeoog in der Fußgängerzone und tranken – wir geben’s ja zu – leckere Maibowle, redeten über Arbeit und Freunde und planten die nahe Zukunft.

Dann, einen guten Monat später: Schwupps, da kündigst Du Dich auf einmal an! Einfach so, aus heiterem Himmel und ehrlich gesagt auch ein bisschen spät…Deine Mama ist erstmal umgekippt nach dieser Erkenntnis. Wäre ich an ihrer Stelle auch, das muss ich ja zugeben. Du hast uns einen tierischen Schrecken eingejagt! Wie es Deiner Mama dabei ging, wird sie Dir sicherlich selbst erzählen aber hey – hast Du auch mal an all die Tanten und Onkel, Oma, Opa und Uroma gedacht? Heieiei, das war was, kann ich Dir sagen. So schnell hat sich wohl noch keine Truppe auf Babymodus eingestellt: Da wurden Sachen gekauft und gestrickt, das Kinderzimmer von Deinem Onkel zusammengebaut, von Deiner Oma tonnenweise Kinderausrüstung bei Ebay ersteigert und nach Hamburg gekarrt. Aber viel spannender noch war die Frage in unseren Köpfen. Du hast uns nicht viel Zeit gelassen, uns darauf einzustellen. Zu der Sorge um Deine Mama und Deine Gesundheit kam die Sorge um uns selbst: Wird es anders sein, wenn die Kleine da ist? Wie ist sie so? Werden wir auch ihre Freunde sein oder wird sie alles für sich beanspruchen? Wird sie uns mögen? Werden wir gute Onkel und Tanten sein oder wird sich alles ändern?

Auch heute mache ich mir so meine Gedanken. Wenn Du mit Deinen kleinen Händen Dich an meinem Finger festkrallst und mich aus Deinen großen Augen anstarrst. Dann frage ich mich schon, was Du gerade über mich denkst…

Geändert hat sich einiges in den drei Wochen, kleine Amélie. Deine Mama ist großartig. Sie trägt Dich ständig durch die Gegend, weil Du einfach am Liebsten nur in ihren Armen schlafen willst. Sie vertreibt alle, die in der Nähe Deines Kinderwagens rauchen und wenn Dich mal jemand herumtragen möchte, damit sie einmal fünf Minuten Pause hat, wird sie ganz unruhig und lässt Dich nie aus den Augen. Wenn wir wie früher bei Deiner Mama im Wohnzimmer sitzen und quatschen, liegst Du ganz in der Nähe und lauscht…Vielleicht sind die Geräusche Dir ja vertraut – vielleicht wartest Du auch einfach nur darauf, mitreden zu können. Du hast auch das Leben von uns sehr verändert, das der Freunde. Du bist gerade mal drei Wochen da und alle sind verliebt in Dich. Wir bekommen nicht genug davon, Dich anzuschauen, jede Bewegung zu kommentieren. Bei uns zuhause steht sogar ein Bild von Dir und wo Du hinkommst, bist Du die Attraktion…

Ich hoffe, dass wenn Du eines Tages groß genug bist um selbst im Internet zu surfen, dass Du dann weißt, wer ich bin, weil Deine Mama und ich noch immer Freundinnen sind. Ich hoffe, ich kann Deiner Mama beistehen, auch wenn ich es nicht immer verstehen kann, da ich selbst noch keine Kinder habe. Ich wünsche mir, dass ich Dir eine gute “Tante” sein kann, denn als ich sehr klein war, hatte ich eine ganz besondere Tante, eine Freundin meiner Mutter, die ich zu jedem Geburtstag eingeladen habe und zur Einschulung, weil ich sie so gerne hatte. Ich würde mich freuen, wenn das bei uns Beiden auch so wird…

Aber was auch passiert, Kleine, ich wünsche Dir ein wundervolles Leben. Ich wünsche Dir, dass an den Orten, an denen Du leben wirst, immer Frieden ist und Wohlstand. Ich wünsche Dir, dass Du glücklich aufwächst und Freunde hast. Ich wünsche mir, dass Du noch Eisbären kennen lernen und sibirische Tiger. Dass Du anders als Deine Mama Katzen liebst und keine Angst vor Nagetieren haben wirst. Ich wünsche Dir dass Du Dich immer sicher und stark fühlst und weißt, wo Du her kommst, hin möchtest und wer Du sein willst. Egal was es ist, folge Deinem Herzen und gehe Deinen Weg. Auch wenn der Start, wie ich Dir ja bereits sagte, ein turbulenter war: Du wirst geliebt und stets begleitet, da bin ich mir ganz sicher.

Sei willkommen im Leben und entdecke Deine fabelhafte Welt, Amélie.

Doch es war einfach so viel schöner als du dabei warst

Und wir vermissen Dich
Und wir hörn traurige Lieder obwohl Du eigentlich doch Frohsinn geliebt hast.
Du hättest niemals gewollt, dass es so weit kommt doch wenn wir ehrlich sind brauchen wir die Tränen.
Sie sind gut für uns.
Doch wir hörn nie damit auf; an Dich zu denken auch beim Lachen und da schwören wir drauf.
Auch wenn die Tränen es verschleiern sind wir eigentlich hier, um die Fülle Deines Lebens zu feiern.
Du bist nie vergessen.
Wo auch immer auf Erden einer von uns sein wird, da wirst auch Du sein .
Wir tragen Dich in uns fort und wir vermissen Dich so sehr, es sprengt jedes Wort.
Und darum schweigen wir manchmal in der Stille, nur allein mit Dir.
Das Leben geht weiter.
Doch es war einfach so viel schöner als Du dabei warst.

(Curse, “Wir vermissen Dich”)