[photos] Pfingsten 2013 – St.Peter-Ording

Ja, ich hab es endlich gemacht: Mir eine ordentliche Kamera zugelegt. Ich träumte schon seit Jahren davon, jetzt hab ich mir das einfach mal geleistet. Dafür gehe ich ja nicht mehr ins Fitness-Studio bzw. ich gehe nicht mehr nicht ins Fitness-Studio 🙂

Jetzt muss nur noch das Wetter mehr Frühling und weniger November werden, damit ich in Ruhe üben kann. Rumspringende Hunde und Schummerlicht, wenn man nicht mit Blitz fotografieren möchte, stellen mich dann doch noch vor Herausforderungen.

Aber seht selbst, was ich in unserem Kurztrip nach St.Peter-Ording so geknipst habe. P.S.: Die ganzen Alpakas und der Pfau, der das Rad schlägt, sind nicht von mir 😛

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Verlierende Gesichter

Wer mich kennt und danach gefragt würde, welche Eigenschaft mich am ehesten beschreibt, der würde wahrscheinlich sagen: Emotionalität. Im guten wie im schlechten Sinne, privat wie beruflich – ich bin immer ganz ich und damit völlig abhängig von den Gefühlen, die mich gerade leiten. Ich bin kein Kopfmensch, kein Rechner und Kalkulierer, schon gar nicht be-rechnend.

Bei mir ist alles Bauchgefühl und in Sachen Emotionen macht mir so schnell keiner was vor. Ich bin ein Skorpion und als solcher lote ich sie alle aus, jedes Extrem von irre-glücklich bis tiefste Verzweiflung. Ich umarme sie alle und koste sie aus, wie sie kommen und würde fast behaupten, die meisten von ihnen inzwischen so gut zu erkennen wie alte Freunde. Ich kann nicht besonders viel gut, aber in Gefühlssachen, da bin ich Expertin.

Für mich ist ein Freund derjenige, vor dem ich sein kann, wie ich bin. Vor dem ich das Gesicht verlieren kann und den nicht schockiert, was sich dahinter verbirgt. Der mich schon immer (er)kannte und bei dem meine Emotionen ganz natürlich kommen und gehen dürfen, ohne dass er oder sie dies kommentiert.

Solche Freunde sind fast immer die, die sich ebenfalls trauen, sich zu öffnen. Emotionen zulassen und sie dann auch noch zu teilen – das ist eine Kunst. Fast jeder Mensch fürchtet sich davor, das Gesicht zu verlieren. Zu weinen. Einem anderen Menschen die verwundbare Stelle zu offenbaren, an der das Lindenblatt zwischen den Schultern gelegen hat. Ich liebe diesen Moment, wenn sich jemand mir zum ersten Mal in einer Bekanntschaft offenbart. Wenn jemand, dem ich mein Vertrauen schenke, dies auch mir zurück schenkt, sein Innerstes offen legt, mir ein Geheimnis erzählt oder einfach weint. Wenn er heraus lassen kann, was er verborgen gehalten hat. Ich finde diesen Moment so besonders, in dem sich der Mensch komplett ausliefert, mir gegenüber nichts mehr zurück behält. Jemand lässt in diesem Moment alles fallen, alle Scheu, alle Masken, alles Theater und lässt mich kurz hinter den Vorhang schauen. Einen intimeren Moment gibt es nicht. Traurigkeit ist intimer als alles andere.

Das andere, was mich an diesen Momenten so bewegt: Um sein wahres Gesicht in all seiner Schönheit zu zeigen, braucht es Vertrauen. Wer mit Dir weint, schenkt Dir einen Einblick in sein tiefstes, verletzliches Inneres und teilt eine Bürde, die er alleine nicht mehr tragen kann oder möchte. Vertrauen ist das Fundament, auf dem zwei wirkliche Freunde eine Festung bauen werden, die so schnell nichts erschüttern kann. In der beide sicher sind, ihre Wunden zu versorgen und gemeinsam neue Pläne für das “Danach” zu schmieden.