Asche

Wenn ein Herz zerbricht
zerfällt es in tausend Scherben.
Die Welt, ein Zuhause, bricht zusammen,
zahllose kleine Steine.
Unzählige Schnipsel von Fotos, auf denen wir lachten.
Kaputte Souvenirs von Orten, die wir liebten.

Herzen brechen, wenn der letzte Strohhalm verglüht
zu Asche
zu Asche
zu Staub
zu Staub.

Jahrgedächtnis

Heute vor einem Jahr hast Du Dich von dieser Welt verabschiedet. Gestern vor einem Jahr standen wir an Deinem Bett und haben Dich ein letztes Mal sehen dürfen. Du warst nicht bei Bewusstsein, es war kein schöner Anblick und doch beruhigend, dass Du keine Schmerzen mehr haben wirst nach Deiner langen Krankheit.
Es war uns nicht vergönnt, uns in diesem Leben wirklich gut kennen zu lernen. Nur wenige Male haben wir einander gesehen: Zum Fußball schauen, zu meiner Hochzeit, zu Weihnachten mit Deinen Söhnen im Theater. Ich hatte den Eindruck, dass Du mich mochtest. Bei unserer Hochzeit warst Du ganz stolz auf Deinen Sohn und Du schienst froh zu sein für uns. Ich habe seitdem so viele Geschichten über Dich gehört, Deine Schwächen und Fehler erfahren, Dein Herz, Deine nicht erreichten Träume. Zu Weihnachten waren wir wieder im Theater. Für Dich.
Es tut mir so leid, dass wir nicht mehr Zeit hatten.
Ich werde mein Versprechen halten.

Ich erinnere mich gut an die Zeit, als ich einen bestimmten Song immer wieder gehört habe, weil der Refrain ziemlich genau mein Lebensmotto zu jener Zeit gewesen ist: “Don’t let me get me – I’m my own worst enemy…”
Ich erinnere mich daran, weil jemand in meinem Leben gerade Zeit für sich braucht, sie aber nicht aushält. Sich ablenkt, statt zu sich zu finden oder wenigstens zu suchen. Sein ärgster Feind ist und mit sich selbst allein gelassen nicht ertragen kann.
Ich wundere mich, wie anders ich inzwischen diesbezüglich geworden bin. Zwar bin ich nach wie vor sehr weit davon entfernt, mich selbst zu lieben, in mich zu vertrauen oder mich ausreichend zu finden. Doch halte ich meine Gesellschaft gut aus. Ich kann alleine sein, bin es gerne und oft, immer wieder – ja ich brauche es mitunter sogar, mich zurückziehen und mir alleine etwas gutes zu tun. Es sind die Tage oder Stunden, in denen meine Seele zur Ruhe kommt und das ständige Rauschen in meinem Kopf leiser wird. In die Stille hinein lache ich über mich, wenn ich mich dumm anstelle oder in den Spiegel sehe. Häufig rede mit mir selbst (Ich glaube, ich brauche dringend wieder eine Katze!)

Die Welt da draußen ist heute mein Feind – all die Erwartungen, das Streben nach falschen Idealen, die Konflikte, Missgunst, die nicht vorhandene Liebe, mit der Menschen einander und allem anderen Leben begegnen. Ich mag es, mich zurückzuziehen mit mir selbst. Denn auch wenn ich mich nicht in allem superklasse finde, so achte ich wenigstens einige Dinge an mir inzwischen. Ich weiß, ich trage viel Liebe in mir, Mitgefühl sowie meiner Meinung nach die “richtigen” Ansichten. Werte, die ich in anderen Menschen selten gespiegelt bekomme. Es ist ein bisschen “ich gegen die da draußen” dann, in den ruhigen Stunden nur für mich und ich kann gar nicht verstehen, wie man diese nicht genießen kann. Nicht funktionieren müssen. Nur das machen, was und wie ich möchte. Ich weiß nicht, ob es am Alter liegt, dass ich heute Waffenstillstand mit mir geschlossen habe. Vielleicht ist es aber auch eine Notwendigkeit, um gegen das da draußen geistig halbwegs bei Gesundheit zu blieben.

Leseliste 2016

Januar:
Stefan Klein – Träume

Februar:
Henning Mankell – Treibsand. Was es heißt, ein Mensch zu sein
Ben Aaronovitch – Rivers of London
Sarah Kuttner – 180° Meer
Andreas Eschbach – Quest (Hörbuch)
André Meier – Die kleine Aussteigerfibel

März:
Sarah J. Maas – Crown of Midnight (Throne of Glass 2) (Audiobook)

April:
Sarah J. Maas – Heir of Fire (Throne of Glass 3) (Audiobook)
Jennifer L. Armentrout – Obsidian
Matt Haig – Reasons to stay alive
David Leviathan & Rachel Cohn – Dash and Lily’s book of dares
Cormack McCarthy – The Road (Audiobook)
Lewis Carroll – Alice im Wunderland

May:
Jennifer L. Armentrout – Onyx (Audiobook)
George Orwell – 1984
Daniel H. Wilson – Amped
Roger Smith – Ishmael Toffee

June:
Christine Thürmer – Laufen.Essen.Schlafen
Max Barry – Jennifer Government (Audiobook)
Rainbow Rowell – Carry On

July:
Thees Uhlmann – Sophia, der Tod und ich (Audiobook)
Rochelle B. Weinstein – Where we fall

August:
Wilhelm Genazino – Außer uns redet niemand über uns
Rick Yancey – The 5th wave (Audiobook)
Hape Kerkeling – Ich bin dann mal weg (Audiobook)
Thommie Bayer – Seltene Affären

September:
Scott Meyer – Off to Be the Wizard (Magic 2.0) (Audiobook)
Chiara Gamberale – Das 10 Minuten-Projekt (Audiobook)
Katharina Hagena – Das Geräusch des Lichts
Captain Paul Watson – Earthforce!

Oktober:
Stephen S. Ilardi – Depression ist heilbar
Jennifer Niven – All the bright places

November:
Mark Manson – The subtle art of not giving a fuck (Audiobook)
Eckhart Tolle – Jetzt! Die Kraft der Gegenwart (Audiobook)

December:
Konrad Ott – Zuwanderung und Moral (Essay)
Kevin Brooks – Travis Delaney

My stop (thx for dropping me off)

Thought you’d be the one
to hold me to
fix me when I’m broken
down, having nowhere else to go.

I was wrong, you were
to busy holding on to
your unscathed own skin
chin up, while walking past me.

I still wonder what
ship will arrive, prevent me from drowning
which hope to cling to in order to
walk on. But I will.

Somehow.
Even without you.