Briefe

Seit ich vor drei Jahren von Köln nach Hamburg gezogen bin, bekomme ich regelmäßig Post von meinen Großeltern. Anfangs waren es Postkarten aus der Heimat – Motive vom Kölner Dom, vom Haus am See. Später dann schrieben die Beiden, wo immer sie gerade waren: Jeder Wochenendausflug mit dem Senioren-Reiseveranstalter ihres Vertrauens wird genau dokumentiert. In meiner ersten Wohnung in Hamburg ersetzten die vielen bunten Karten die Tapete im Flur. Es gibt kaum etwas Schöneres, als am Samstagmorgen einen liebevoll dekorierten Brief von Oma und Opa in der Post zu haben – außer natürlich, die beiden direkt zu sehen.
Auch wenn Oma auf den ersten beiden Seiten eine detailgetreue Beschreibung ihres Hustenleidens abliefert – ich freue mich darüber, dass wir, so wie in Zeiten von Brieftaube und Postkutsche, Kontakt halten. Im Gegenzug schreibt die Enkelin immer brav zurück: Karten aus dem Urlaub, Motive von Hamburg, immer wieder Hamburg. Was nie fehlen darf, sind die wichtigen Eckdaten, die meine Oma am Meisten interessieren: Gesundheit. Wetter. Wassertemperatur.
Oma und Opa, Ich vermisse Euch! Die nächste Postkarte kommt zu Pfingsten – vom schönsten Ort der Welt.

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