nachtschicht

Mit Katzen ist es wie mit kleinen Kindern: Wenn sie einmal krank sind, dann ist mit Sicherheit a) Nacht oder b) Wochenende. Kater Einstein bevorzugt es, den Dosenöffner nachts durch abnormes Verhalten zu wecken. Heute Nacht zunächst durch proaktives Schmusen – was zunächst nicht ungewöhnlich ist. Ertastet man dann als aufmerksames Frauchen jedoch einen leblos runterhängenden Katzenschwanz, hört im Halbschlaf die Fellnase schnappatmen und schmatzen, so ist man sofort hellwach.
Irgendwas stimmt nicht. Katerchen wirkt nervös, lässt den Schwanz hängen und macht große Kulleraugen. Dann sucht er ein Versteck im Haus und platziert sich unter der Sofadecke. Wäre er eine Katze würde ich vermuten: Gleich gibts Nachwuchs. So vermute ich Bauchweh und verdrücke ein paar Tränchen vor Sorge ums Katzi. Ich hole ein Schälchen Wasser, Einstein trinkt aus meiner Hand das ganze Ding leer – als ob nicht in jedem Zimmer unseres Hauses Wasserschälchen stünden weil das gute Tier auch sonst trinkt wie ein Pferd.
Einstein lässt sich Bauch und Öhrchen kraulen, verzichtet dabei aber auf das Schnurren, kein gutes Zeichen 🙁
Eine Stunde, zwei Stunden rührt sich Kater nicht vom Fleck, Schwanz eingezogen, Pfoten bewegen sich nicht. Kein Schnurren, kein Putzen. Nur gucken und hin und wieder trinken.
Irgendwann, mehr um mich wach zu halten, gehe ich in die Küche und stelle ein wenig Katzenfutter hin. Für den Fall, dass er doch am Morgen fressen mag.
Und dann steht das Vieh doch einfach auf, reckt sich einmal, hopst vom Sofa und stolziert zum Fressnapf, dabei wedelt sein Katzenschwanz frech in der Luft hin und her…
Männer!