Unzerbrechlich

Liebes Tagebuch, heute kann keiner mir was.
Ich gebe nicht auf, bin was ich bin, nie wieder beuge ich mich.
Augen über den Schultern, lache dem Neubeginn entgegen.
Vergeude nicht eine Sekunde, hole mich raus.
Dreh das Radio so was von laut auf.

Sie sollen sehen, wie gerade eben die Sonne mich küsst
und keiner kann auf die Parade regen.
Es ist als würde ein Drei-Meter-Mann marschieren,
Parkett unter mir jubeln und mich danach verlieren.
Ich schwebe nun, lebe nun über den Dingen und keiner kann was dagegen tun.
Lebe gut, alte Welt schäme dich nicht,
vergiss das alte, gläserne Ich.

Ich bin unzerbrechlich, unverletzlich.
Mach mich unvergesslich.
Bin unermesslich stark und der Vorhang fällt
und der Vorhang fällt
und der Vorhang fällt
und der Vorhang fällt.
(Casper, Unzerbrechlich)

Sylt

Musik ist auch nur Text

Ich hab’ es ja nicht so mit Musik, das heißt, ich bin einfach nicht musikalisch und auch kein großer Musikkenner. Musik ist mir manchmal wichtig, als Heilmittel für meine Stimmungen, aber ertrage ich sie aber auch manchmal einfach gar nicht. Ein gutes Lied ist für mich fast immer gleichbedeutend mit “guter Liedtext”. Ich bin eben ein Textmädchen 🙂

Heute habe ich ein Album von Thomas D. durch Zufall entdeckt – denn ich verfolge auch nicht, welche Alben erscheinen oder von wann diese sind. So entdecke ich oft viele Jahre später Songs, die echte Perlen sind. “Kennzeichen D.” ist wohl 2008 erschienen – und hier finden sich gleich ein paar Austern.
Schon beim ersten Hören angesprochen hat mich “Vergebung – hier ist sie”, das mal wieder zeigt, das Thomas D. es einfach drauf hat, tolle Texte zu schreiben.

Was willst Du von mir? Vergebung? Hier ist sie.
Was machst Du nun? Einfach weiter wie bisher?
Sieh’ Dich mal um, da ist nicht’s mehr
und Du willst Vergebung? (hier ist sie)

Du bist weit gekommen bis hier her
deine Zeit ist gekommen, nun sieh her
es hat alles begonnen mit nicht mehr
als dem Samenkorn deines Schöpfers

Den Grundstein gelegt, eine Welt zu benennen
gab ich dir Bewusstsein um dich zu erkennen
gab dir Kraft zu erschaffen und ‘n Garten Eden
um Erfahrung zu machen und um mich zu erleben

Mich, den du in jedem Winkel finden kannst
ich biet dir Hilfe an, wo und wann du nach ihr verlangst
bin ein Wunder und werd immer mitten unter euch weilen
euer Hoffen erhören und eure Wunden heilen

Sieh diese Narben, sieh diese Tränen
sie diese Arme, die sich nicht wehren
sieh diese Augen die Hoffnung teilen
siehe diese Hände, die offen bleiben

Hör diese Worte in deinen Ohren
für dich gestorben, für dich geboren
für dich gelitten, für dich am Leben
um dich zu bitten dir zu vergeben
Vergebung, hier ist sie

Nun sieh dir selbst zu, wie du handelst
sieh einer Welt zu, die sich verwandelt
vielleicht erkennst vor allen andern
so manchen Engel und Dämonen mit dir wandern

So weit sind Vater und Sohn nicht auseinander
vereint im heiligen Geist
mit allen andern am Anfang der Zeit
doch ein Teil dieser Einheit, die wir hatten
bist du nicht, denn dein Licht wirft Schatten

Zwar seid ihr mehr als ein Schimmer der bleibt
Dunkelheit mal wieder um sich greift
doch solang ihr nach Vergeltung und Gerechtigkeit schreit
vergesst nicht wie zerbrechlich ihr seid

Die Gutes tun bitten mich sie zu verschonen
die nur so tun bitten mich sie zu belohnen
und am Ende steht die Krone der Schöpfung
und öffnet die letzte Tür, und kehrt zurück zu mir

Sieh diese Narben, sieh diese Tränen
sie diese Arme, die sich nicht wehren
sieh diese Augen die Hoffnung teilen
siehe diese Hände, die offen bleiben

Hör diese Worte in deinen Ohren
für dich gestorben, für dich geboren
für dich gelitten, für dich am Leben
um dich zu bitten dir zu vergeben

Sieh diese Narben, sieh diese Tränen
sie diese Arme, die sich nicht wehren
sieh diese Augen die Hoffnung teilen
siehe diese Hände, die offen bleiben
Hör diese Worte in deinen Ohren
für dich gestorben, für dich geboren
für dich gelitten, für dich am Leben
um dich zu bitten dir zu vergeben

Dein Wille geschehe, hör gut zu
denn Erfahrungen färben die Seele
du kriegst was du gibst, doch was du tust
hier gibt dir niemand Befehle

Zwischen Himmel und Erde, wen suchst Du?
Um deine Taten zu vertreten
und dann am Ende des Lebens, wen rufst Du?
Dir zu vergeben und für dich zu beten.

Sieh diese Narben, sieh diese Tränen
sie diese Arme, die sich nicht wehren
sieh diese Augen die Hoffnung teilen
siehe diese Hände, die offen bleiben

Hör diese Worte in deinen Ohren
für dich gestorben, für dich geboren

für dich gelitten, für dich am Leben
um dich zu bitten dir zu vergeben

smile

Smile though your heart is aching
Smile even though it’s breaking.
When there are clouds in the sky
you’ll get by.

If you smile through your pain and sorrow
Smile and maybe tomorrow
You’ll see the sun come shining through
For you.

Light up your face with gladness,
Hide every trace of sadness.
Although a tear may be ever so near
That’s the time you must keep on trying
Smile, what’s the use of crying.
You’ll find that life is still worthwhile-
If you just smile.
(Charles Chaplin, Smile)

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And I love you so

Ich weiß nicht, ob der Komponist dieses Liedes selbst an Depressionen gelitten hat – leider habe ich über Don McLean nicht allzu viel Material finden können.
Dennoch, finde ich, dass diese Zeile aus “And I love you so” dazu passt. Wunderschöner, leicht melancholischer Song im Übrigen, über die Liebe, die das Einzige ist, was von uns übrig bleibt, wenn sich das Buch des Lebens schließt.
Ein Glaube, den ich mit ihm gemeinsam habe…

And yes I know how loveless life can be
The shadows follow me
And the night won’t set me free
But I don’t let the evening get me down
Now that you’re around me

Doch es war einfach so viel schöner als du dabei warst

Und wir vermissen Dich
Und wir hörn traurige Lieder obwohl Du eigentlich doch Frohsinn geliebt hast.
Du hättest niemals gewollt, dass es so weit kommt doch wenn wir ehrlich sind brauchen wir die Tränen.
Sie sind gut für uns.
Doch wir hörn nie damit auf; an Dich zu denken auch beim Lachen und da schwören wir drauf.
Auch wenn die Tränen es verschleiern sind wir eigentlich hier, um die Fülle Deines Lebens zu feiern.
Du bist nie vergessen.
Wo auch immer auf Erden einer von uns sein wird, da wirst auch Du sein .
Wir tragen Dich in uns fort und wir vermissen Dich so sehr, es sprengt jedes Wort.
Und darum schweigen wir manchmal in der Stille, nur allein mit Dir.
Das Leben geht weiter.
Doch es war einfach so viel schöner als Du dabei warst.

(Curse, “Wir vermissen Dich”)

Inspiration

Heute ist ein echter Montagmorgen gewesen. Das Wochenende war furchtbar: Bewerbungen gesichtet bis nachts um 1h, Sonntags auch Sachen für die Arbeit vorbereitet. Das einzige worauf ich mich gefreut hatte an dem Wochenende ist leider auch ausgefallen und es hat die ganze Zeit gestürmt und geregnet, so dass ich nicht mal laufen gehen konnte um den Kopf frei zu bekommen. Alles Mist. Heute morgen dann richtig früh aufgestanden und saumüde und erschöpft gewesen. Blick aufs Handy: Morgens um 4h eine Mail von Chef bekommen, der sich über etwas in meiner letzten Mail mokiert. Dazu Regen, Bus verpasst, bad hair day sowieso. Na Prost, diese Woche beginnt wohl ziemlich bescheiden! Manchmal fragt man sich wirklich, warum man sich den ganzen Stress antut. Warum wohne ich nicht einfach auf einer blöden Palmeninsel und verdiene meine Brötchen – oder Bananen – mit dem Verkauf von aus Kokosnüssen geschnitztem Nippes an Touristen?

Was bleibt als Trost sind ein paar Menschen auf twitter, die mich den Morgen über zwischendurch immer wieder aufgeheitert haben. Bekannte, aber auch eigentlich Unbekannte, die entweder genauso gefrustet sind oder einen virtuell auf ein Kölsch einladen oder aufheitern. Großartig! 🙂

Und dann der Gedanke an jemand Besonderen, der noch zuhause im Bettchen liegt und schläft. Zu dem ich heute Abend wieder zurück kommen kann, egal wie scheiße der Tag war. Der mit mir lachen wird und mich liebt – egal ob ich im Job versage oder nicht.
Danke. Das ist für ihn – und für Euch!