Curse is back

Und dann gibt es da die eine Musikliebe. Hörst nach Jahren einen Song, der klingt wie damals. Hörst ihn das erste Mal und hast Pipi in den Augen wegen der Lyrics. Herz und Takt eins. Tickets gekauft fürs Konzert, obwohl ich nicht mehr gerne auf Konzerte gehe. Liebe.

Ich kann nicht wie die anderen sein
Topmodel mit Doktortitel, Tierschützer mit Angelschein
Von allen geliebt alles lief wie von allein
Salon-Löwe unter Menschen, Zen-Mönch wenn allein
Selbstsicher egolos, Gegensätze vereint
Immer gegen das Richtige sein stilsicher im Nein
Social Media wirksam jedes Teilen geteilt
Zeitlos in Essenz und jetzt zeitig im Style
Nein! Kein Platz für Zweifel an mir selbst
Pippi Langstrumpf mit Geld, mach nur was mir gefällt
Und das was mir gefällt rettet nebenbei die Welt
Und mach mich nebenbei megareich, ich bin ’n Held
Und mein Umfeld alles inspirierte Kreative
Internationale Avantgarde, Elite voller Liebe
Riskieren Kopf und Kragen für die Wale und Delfine
Lachen im Gesicht weil Gewinner nie verlier’n

Doch wenn ich still und alleine bin
Wünsch ich mir ich wäre wie die anderen
Die nie gebrochen und verzweifelt sind
Bei denen alles immer leicht gelingt
Und wenn ich still und alleine bin
Hör ich sie lachen auf den Dachterassen
Weil es immer was zu feiern gibt
Aber bei mir leider nicht

[…]
Ich stell mir vor ich wäre einer von denen
Einer der Reichen und Schönen, einer mit keinen Problemen
Einer der Könige, Königinnen alles perfekt
Alles unter Dach und Fach, die haben das Leben gecheckt
Aber dann stell‘ ich fest
Dass es da draußen Menschen gibt die von mir denken ich hätt’s gecheckt
Rapper, Coach und Buddhist, meditieren und so’n Mist
Doch ich habe keine Antwort ich weiß eigentlich nicht mal was die Frage ist
Was für ein paradoxer Witz es ist
Wir drehen uns im Teufelskreis darum wird uns schwindelig
Streben dahin wo wir glauben, dass die Lichter sind
Doch die Menschen, die wir sein wollen – es gibt sie nicht

Doch wenn ich still und alleine bin
Sehe ich ich bin so wie die anderen
Wie alle die gebrochen und verzweifelt sind
Weil keinem von uns immer alles leicht gelingt
Und wenn ich still und alleine bin
Liegt mein lachen über Dachterassen
Weil es immer was zu feiern gibt
Wenn ich bei mir bin

(Curse „Bei mir“)

last call

 

I recognized your number
It’s burned into my brain
Felt my heart beating faster
Every time it rang
Some things never change
That’s why I didn’t answer

I bet you’re in a bar
Listening to a country song
Glass of Johnny Walker Red
With no one to take you home

They’re probably closing down
Saying, „No more alcohol“
I bet you’re in a bar
‚Cause I’m always your last call

I don’t need to check that message
I know what it says
„Baby, I still love you“
Don’t mean nothing when there’s whiskey on your breath
That’s the only love I get
So if you’re calling

I bet you’re in a bar
Listening to a cheatin‘ song
Glass of Johnny Walker Red
With no one to take you home

They’re probably closing down
Saying, „No more alcohol“
I bet you’re in bar
‚Cause I’m always your last

Call me crazy but
I think maybe
We’ve had our last call

I bet you’re in a bar
It’s always the same old song
That Johnny Walker Red
By now it’s almost gone

But baby, I won’t be there
To catch you when you fall
I bet you’re in bar
‚Cause I’m always your last call.

(Lee Ann Wormack)

Das Leichteste der Welt

Manchmal spricht einem ein Lied aus dem Herzen, als habe man es selbst geschrieben.

Hab gehört die Sonne scheint wieder für dich
Hab gehört du wirkst befreit und trägst wieder Lachen
Hab gehört ich bin für dich vorbei und abgehakt
Und dass das der beste Schritt deines Lebens war

Hab gesehen dein Herz hängt jetzt an jemand anderem
Ganz schön schnell dafür das du gesagt hast du brauchst erstmal Zeit
Auf den Fotos die man findet, da strahlt ihr vor Grinsen
Du siehst so widerlich glücklich aus

Und ich
Ich kann nicht schlafen, ohne irgendwas zu nehmen
Und du
Stehst längst mit beiden Beinen im neuen Leben
den Blick nach vorn gestellt
Als wär’s das Leichteste der Welt

Nach allem was man hört lebst du jetzt im Bilderbuch
Suchst ein Haus am See und Kindernamen – war doch unser Plan
Und ich häng hier auf Halbmast, krieg den Kopf nicht ausm Sand
Bin kilometerweit entfernt von Abstand

Und ich
Ich kann nicht schlafen, ohne irgendwas zu nehmen
Und du
Stehst längst mit beiden Beinen im neuen Leben
den Blick nach vorn gestellt
Als wär’s das Leichteste der Welt

Doch was mich am allermeisten bricht
Ist zu sehn wie glücklich du jetzt bist
Und die bittere Erkenntnis, das man bei Null ist, das da nichts ist
Und jeder Tag und jedes Jahr umsonst war
Sinnlos war, so sinnlos war

Vielleicht kann ich irgendwann wieder schlafen, ohne irgendwas zu nehmen
Vielleicht gibt’s irgendwo da draußen für mich ein neues Leben
Aber sich das vorzustellen
Ist grad das Schwerste dieser Welt

(lyrics by Silbermond)

Unzerbrechlich

Liebes Tagebuch, heute kann keiner mir was.
Ich gebe nicht auf, bin was ich bin, nie wieder beuge ich mich.
Augen über den Schultern, lache dem Neubeginn entgegen.
Vergeude nicht eine Sekunde, hole mich raus.
Dreh das Radio so was von laut auf.

Sie sollen sehen, wie gerade eben die Sonne mich küsst
und keiner kann auf die Parade regen.
Es ist als würde ein Drei-Meter-Mann marschieren,
Parkett unter mir jubeln und mich danach verlieren.
Ich schwebe nun, lebe nun über den Dingen und keiner kann was dagegen tun.
Lebe gut, alte Welt schäme dich nicht,
vergiss das alte, gläserne Ich.

Ich bin unzerbrechlich, unverletzlich.
Mach mich unvergesslich.
Bin unermesslich stark und der Vorhang fällt
und der Vorhang fällt
und der Vorhang fällt
und der Vorhang fällt.
(Casper, Unzerbrechlich)

Sylt

Musik ist auch nur Text

Ich hab‘ es ja nicht so mit Musik, das heißt, ich bin einfach nicht musikalisch und auch kein großer Musikkenner. Musik ist mir manchmal wichtig, als Heilmittel für meine Stimmungen, aber ertrage ich sie aber auch manchmal einfach gar nicht. Ein gutes Lied ist für mich fast immer gleichbedeutend mit „guter Liedtext“. Ich bin eben ein Textmädchen 🙂

Heute habe ich ein Album von Thomas D. durch Zufall entdeckt – denn ich verfolge auch nicht, welche Alben erscheinen oder von wann diese sind. So entdecke ich oft viele Jahre später Songs, die echte Perlen sind. „Kennzeichen D.“ ist wohl 2008 erschienen – und hier finden sich gleich ein paar Austern.
Schon beim ersten Hören angesprochen hat mich „Vergebung – hier ist sie“, das mal wieder zeigt, das Thomas D. es einfach drauf hat, tolle Texte zu schreiben.

Was willst Du von mir? Vergebung? Hier ist sie.
Was machst Du nun? Einfach weiter wie bisher?
Sieh‘ Dich mal um, da ist nicht’s mehr
und Du willst Vergebung? (hier ist sie)

Du bist weit gekommen bis hier her
deine Zeit ist gekommen, nun sieh her
es hat alles begonnen mit nicht mehr
als dem Samenkorn deines Schöpfers

Den Grundstein gelegt, eine Welt zu benennen
gab ich dir Bewusstsein um dich zu erkennen
gab dir Kraft zu erschaffen und ’n Garten Eden
um Erfahrung zu machen und um mich zu erleben

Mich, den du in jedem Winkel finden kannst
ich biet dir Hilfe an, wo und wann du nach ihr verlangst
bin ein Wunder und werd immer mitten unter euch weilen
euer Hoffen erhören und eure Wunden heilen

Sieh diese Narben, sieh diese Tränen
sie diese Arme, die sich nicht wehren
sieh diese Augen die Hoffnung teilen
siehe diese Hände, die offen bleiben

Hör diese Worte in deinen Ohren
für dich gestorben, für dich geboren
für dich gelitten, für dich am Leben
um dich zu bitten dir zu vergeben
Vergebung, hier ist sie

Nun sieh dir selbst zu, wie du handelst
sieh einer Welt zu, die sich verwandelt
vielleicht erkennst vor allen andern
so manchen Engel und Dämonen mit dir wandern

So weit sind Vater und Sohn nicht auseinander
vereint im heiligen Geist
mit allen andern am Anfang der Zeit
doch ein Teil dieser Einheit, die wir hatten
bist du nicht, denn dein Licht wirft Schatten

Zwar seid ihr mehr als ein Schimmer der bleibt
Dunkelheit mal wieder um sich greift
doch solang ihr nach Vergeltung und Gerechtigkeit schreit
vergesst nicht wie zerbrechlich ihr seid

Die Gutes tun bitten mich sie zu verschonen
die nur so tun bitten mich sie zu belohnen
und am Ende steht die Krone der Schöpfung
und öffnet die letzte Tür, und kehrt zurück zu mir

Sieh diese Narben, sieh diese Tränen
sie diese Arme, die sich nicht wehren
sieh diese Augen die Hoffnung teilen
siehe diese Hände, die offen bleiben

Hör diese Worte in deinen Ohren
für dich gestorben, für dich geboren
für dich gelitten, für dich am Leben
um dich zu bitten dir zu vergeben

Sieh diese Narben, sieh diese Tränen
sie diese Arme, die sich nicht wehren
sieh diese Augen die Hoffnung teilen
siehe diese Hände, die offen bleiben
Hör diese Worte in deinen Ohren
für dich gestorben, für dich geboren
für dich gelitten, für dich am Leben
um dich zu bitten dir zu vergeben

Dein Wille geschehe, hör gut zu
denn Erfahrungen färben die Seele
du kriegst was du gibst, doch was du tust
hier gibt dir niemand Befehle

Zwischen Himmel und Erde, wen suchst Du?
Um deine Taten zu vertreten
und dann am Ende des Lebens, wen rufst Du?
Dir zu vergeben und für dich zu beten.

Sieh diese Narben, sieh diese Tränen
sie diese Arme, die sich nicht wehren
sieh diese Augen die Hoffnung teilen
siehe diese Hände, die offen bleiben

Hör diese Worte in deinen Ohren
für dich gestorben, für dich geboren

für dich gelitten, für dich am Leben
um dich zu bitten dir zu vergeben

smile

Smile though your heart is aching
Smile even though it’s breaking.
When there are clouds in the sky
you’ll get by.

If you smile through your pain and sorrow
Smile and maybe tomorrow
You’ll see the sun come shining through
For you.

Light up your face with gladness,
Hide every trace of sadness.
Although a tear may be ever so near
That’s the time you must keep on trying
Smile, what’s the use of crying.
You’ll find that life is still worthwhile-
If you just smile.
(Charles Chaplin, Smile)

 

And I love you so

Ich weiß nicht, ob der Komponist dieses Liedes selbst an Depressionen gelitten hat – leider habe ich über Don McLean nicht allzu viel Material finden können.
Dennoch, finde ich, dass diese Zeile aus „And I love you so“ dazu passt. Wunderschöner, leicht melancholischer Song im Übrigen, über die Liebe, die das Einzige ist, was von uns übrig bleibt, wenn sich das Buch des Lebens schließt.
Ein Glaube, den ich mit ihm gemeinsam habe…

And yes I know how loveless life can be
The shadows follow me
And the night won’t set me free
But I don’t let the evening get me down
Now that you’re around me