Sieben Wochen ohne

Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Die Fastenzeit beginnt für die Christen unter uns. Vor vielen Jahren, im Konfirmandenunterricht, brachte unsere Pfarrerin uns die Idee hinter dem evangelischen Fastengedanken nahe. Viele Menschen der heutigen Zeit, nehmen die Fastenzeit gar nicht mehr wahr: Weil Kirche nichts für sie sei. Weil darum christliche Bräuche nichts für sie seien. Aber Weihnachtsgeschenke und Osterdeko nehmen wir alle gerne 🙂

Dabei lässt sich gerade die Fastenzeit so gut in unser modernes Leben übertragen: Es geht nicht mehr (nur) um den reinen Verzicht auf Fleisch in den 7 Wochen bis Ostern. Es geht darum, das eigene Leben, das doch meist im Überfluss stattfindet, einmal bewusster zu erleben: „Auf was willst du verzichten? Auf was kannst du überhaupt (noch) verzichten? Was hat sich verzichtbar gemacht, was willst du ablegen? Oder gibt es etwas, das du neu beleben, wieder überdenken willst?“ (von einem User auf http://www.7wochenohne.evangelisch.de/blog)

In diesem Jahr lautet das Motto der Fastenaktion der evangelischen Kirche „7 Wochen ohne Ausreden“.

Fastenzeit heute, das bedeutet, sich von einer lieb gewordenen Angewohnheit, Bequemlichkeit, Sucht zu trennen und wahr zu nehmen, wie sich diese Lücke füllt. Wahrnehmen, wie es ist, denn Fernseher aus zu lassen. Zeit zu gewinnen, für Freunde, Bücher, Hobbies…Wahrnehmen, wie es ist, keine dummen Ausreden zu nutzen, sondern Aufrichtigkeit wieder neu zu erlernen und zu erleben. Gewohnheiten wie regelmäßigen Kosum, einfach mal 7 Wochen abzulegen und zu fühlen, ob es auch ohne geht.
Fasten, das ist Verzichten. Um zu erfahren.

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