Happy Birthday

Heute hat ein besonderer Mensch Geburtstag. Ein noch kleiner Mensch, aber einer, der in seinem ersten Lebensjahr mehr erreicht hat, als manch anderer in einem ganzen Jahrzehnt: Amélie, Du hast die Welt verändert. Die Deiner Mama. Unsere. Am liebsten würde ich eine ganze Bildergalerie einfügen, um allen zu zeigen, wieso Du kleiner Mensch alle so verzaubert.

Du gehörst jetzt dazu, wenn wir uns mit Deiner Mutter treffen, alles richtet sich nach Dir. Wenn wir uns treffen, lassen wir in Cafés unseren Kaffee kalt werden, um Dich mit Sahne zu füttern und reden nur noch mit Dir, weil Du so etwas wie „hnnnga“ sagst oder „mmmmammammaaamm“ – und das könnte ja schließlich alles heißen! Wir gehen bei Wind und Wetter spazieren und auf den Spielplatz. Dort sitzen wir und schauen zu, wie Du Deine Welt ertastest, alles ganz genau beobachtest. Wir blödeln, reden in Babysprache und tun alles, um Deine Aufmerksamkeit zu bekommen und sind total verzückt, wenn Du uns schließlich ein Lächeln schenkst. Tja, so sind wir Erwachsenen und wir finden es total gut, weil es uns glücklich macht, Dich lachen zu sehen, wie eine besondere Gunst.

Das erste Jahr war sicher nicht immer einfach, aber Deine Mama hat das alles für Dich gemeistert und mit Dir – und ich bin sehr stolz auf Euch. Ich wünsche Dir ein zweites Lebensjahr voller Lachen und Spaß und neuen Erfahrungen, einer größeren Wohnung für Euch zum Toben und Laufen lernen und ja….vielleicht auch bald neue Spielgefährten…wer weiß 😉

Herzlichen Glückwunsch zu Deinem ersten Geburtstag, Kleine!

Die fabelhafte (Welt der) Amélie

Liebe Amélie,

ich wollte Dir schon lange schreiben, aber bis Du das hier lesen kannst, werden eh noch ein paar Jahre vergehen. Ich habe also noch Zeit.

Du bist jetzt drei Wochen alt und auch wenn Du wahnsinnig süß bist, hab‘ ich Dir jetzt mal etwas zu sagen: Weißt Du eigentlich, was für ein Durcheinander Du dieses Jahr angerichtet hast? Im Mai saßen Deine Mama und ich noch auf Langeoog in der Fußgängerzone und tranken – wir geben’s ja zu – leckere Maibowle, redeten über Arbeit und Freunde und planten die nahe Zukunft.

Dann, einen guten Monat später: Schwupps, da kündigst Du Dich auf einmal an! Einfach so, aus heiterem Himmel und ehrlich gesagt auch ein bisschen spät…Deine Mama ist erstmal umgekippt nach dieser Erkenntnis. Wäre ich an ihrer Stelle auch, das muss ich ja zugeben. Du hast uns einen tierischen Schrecken eingejagt! Wie es Deiner Mama dabei ging, wird sie Dir sicherlich selbst erzählen aber hey – hast Du auch mal an all die Tanten und Onkel, Oma, Opa und Uroma gedacht? Heieiei, das war was, kann ich Dir sagen. So schnell hat sich wohl noch keine Truppe auf Babymodus eingestellt: Da wurden Sachen gekauft und gestrickt, das Kinderzimmer von Deinem Onkel zusammengebaut, von Deiner Oma tonnenweise Kinderausrüstung bei Ebay ersteigert und nach Hamburg gekarrt. Aber viel spannender noch war die Frage in unseren Köpfen. Du hast uns nicht viel Zeit gelassen, uns darauf einzustellen. Zu der Sorge um Deine Mama und Deine Gesundheit kam die Sorge um uns selbst: Wird es anders sein, wenn die Kleine da ist? Wie ist sie so? Werden wir auch ihre Freunde sein oder wird sie alles für sich beanspruchen? Wird sie uns mögen? Werden wir gute Onkel und Tanten sein oder wird sich alles ändern?

Auch heute mache ich mir so meine Gedanken. Wenn Du mit Deinen kleinen Händen Dich an meinem Finger festkrallst und mich aus Deinen großen Augen anstarrst. Dann frage ich mich schon, was Du gerade über mich denkst…

Geändert hat sich einiges in den drei Wochen, kleine Amélie. Deine Mama ist großartig. Sie trägt Dich ständig durch die Gegend, weil Du einfach am Liebsten nur in ihren Armen schlafen willst. Sie vertreibt alle, die in der Nähe Deines Kinderwagens rauchen und wenn Dich mal jemand herumtragen möchte, damit sie einmal fünf Minuten Pause hat, wird sie ganz unruhig und lässt Dich nie aus den Augen. Wenn wir wie früher bei Deiner Mama im Wohnzimmer sitzen und quatschen, liegst Du ganz in der Nähe und lauscht…Vielleicht sind die Geräusche Dir ja vertraut – vielleicht wartest Du auch einfach nur darauf, mitreden zu können. Du hast auch das Leben von uns sehr verändert, das der Freunde. Du bist gerade mal drei Wochen da und alle sind verliebt in Dich. Wir bekommen nicht genug davon, Dich anzuschauen, jede Bewegung zu kommentieren. Bei uns zuhause steht sogar ein Bild von Dir und wo Du hinkommst, bist Du die Attraktion…

Ich hoffe, dass wenn Du eines Tages groß genug bist um selbst im Internet zu surfen, dass Du dann weißt, wer ich bin, weil Deine Mama und ich noch immer Freundinnen sind. Ich hoffe, ich kann Deiner Mama beistehen, auch wenn ich es nicht immer verstehen kann, da ich selbst noch keine Kinder habe. Ich wünsche mir, dass ich Dir eine gute „Tante“ sein kann, denn als ich sehr klein war, hatte ich eine ganz besondere Tante, eine Freundin meiner Mutter, die ich zu jedem Geburtstag eingeladen habe und zur Einschulung, weil ich sie so gerne hatte. Ich würde mich freuen, wenn das bei uns Beiden auch so wird…

Aber was auch passiert, Kleine, ich wünsche Dir ein wundervolles Leben. Ich wünsche Dir, dass an den Orten, an denen Du leben wirst, immer Frieden ist und Wohlstand. Ich wünsche Dir, dass Du glücklich aufwächst und Freunde hast. Ich wünsche mir, dass Du noch Eisbären kennen lernen und sibirische Tiger. Dass Du anders als Deine Mama Katzen liebst und keine Angst vor Nagetieren haben wirst. Ich wünsche Dir dass Du Dich immer sicher und stark fühlst und weißt, wo Du her kommst, hin möchtest und wer Du sein willst. Egal was es ist, folge Deinem Herzen und gehe Deinen Weg. Auch wenn der Start, wie ich Dir ja bereits sagte, ein turbulenter war: Du wirst geliebt und stets begleitet, da bin ich mir ganz sicher.

Sei willkommen im Leben und entdecke Deine fabelhafte Welt, Amélie.