Komm lass uns planen

Komm, lass uns leben planen. Einen Plan machen für unsere Zukunft. Lass uns sparen für den nächsten Urlaub, das ist noch leicht. Langfristig planen wo es hingehen soll mit uns – beruflich und auch sonst – das ist schon schwerer. Wir liegen im Sand und lesen in der ZEIT von Familien, die irgendwo hin gegangen sind. In die Emilia Romana, einen Bauernhof übernehmen. Bio-Gemüse anbauen. Vielleicht nach Italien, vielleicht einen Fahrradladen hier am Meer, vielleicht Olivenbauer werden? Dumm ist nur, dass wir studierte Stadtkinder sind. Konditioniert darauf, nur ein „weiter nach oben und mehr haben“ zu akzeptieren. Wir sind keine Landbauern und haben kein Handwerk in petto, mit dem man sich überall auf der Welt durchschlagen könnte. Schon komisch, wie man sich doch immer das Gras wünscht, dass beim anderen wächst.
Finde deinen Traum und verwirkliche ihn lautet das simpelste aller Rezepte, das ich in so vielen Ratgebern und Interviews gelesen habe. Seinen Lebenstraum finden – und dann Stück für Stück wahr machen. Nur so ließe sich Lebensglück (emp)finden. Bestimmt macht es schon glücklich genug, darauf hin zu arbeiten. Doch warum gelingt das anderen, nicht aber mir? Warum schaffen viel – pardon – dümmere Menschen, unkreative, solche mit echten Hindernissen sich ein Ziel und ich rätsel Tag für Tag herum? Angst hätte ich nicht. Ich bin ja wissensdurstig. Ich kenne meine geheimen Kräfte. Habe Rückhalt.
Was mir fehlt, ist der Traum dazu.
Wie kann man hinarbeiten auf eine Leerstelle, auf dass der Lebenstraum sich noch finde? Kein Ziel vor Augen, kein Sinn im Leben. Ist das so? Oder ist vielmehr der Weg das Ziel und ist das Ziel irgendwann vor Augen zu haben dann das Lebensglück?