Literaturpapst

„Die Literatur kennt nur zwei Themen: Die Liebe und den Tod. Der Rest ist Mumpitz.“

Ruhen Sie in Frieden, Marcel Reich-Ranicki. Als kleine Germanistikstudentin, mit dem Studium anfangs nicht wirklich glücklich, besuchte ich meine erste LitCologne in Köln. Elke Heidenreich eröffnete gemeinsam mit Ihnen die Veranstaltung mit einem Zwiegespräch über Literatur: Streitlustig, witzig, kontrovers, dabei stets liebevoll. Ihre Art, über Bücher zu sprechen, hat mir Mut gemacht, dieses Studium weiter zu verfolgen und ist einer der Gründe, warum ich noch heute stapelweise Literatur verschlinge.
Bücher sind alles, was wir Menschen sein können, wir bestehen aus dem Lieben und aus dem Sterben.
In einer langen und beeindruckenden Lebensgeschichte ist heute das letzte Kapitel geschrieben worden. Ich habe die Befürchtung, Ihr Platz auf dem Papstthron der Literatur in Deutschland wird unbesetzt bleiben. Ich hoffe jedoch, dass es immer wieder Menschen gibt wie Sie, die nicht den Verkaufslisten glauben, wenn sie ein wirklich gutes Buch suchen und die den Mut haben werden, auch mal laut „Mumpitz“ zu rufen und einen bescheuerten Medienpreis abzulehnen.
Bravo, Herr Reich-Ranicki, haben Sie vielen Dank!

Exeunt.