you look at me and suddenly…it’s (not) spring.

Ein Freund und Leser meines Blogs bezeichnete diesen kürzlich als meinen „kleinen depressiven Blog“. Erst war ich empört, aber heute muss ich mal wieder zustimmen. Vielleicht sind die meisten Geschichten hier tatsächlich depressiv. Vielleicht ja, weil es nunmal meine sind.
Die heutige ist auch nicht schöner, also geht besser raus an die Sonne. Aber das Eincremen nicht vergessen! Es ist der zweite April 2011 und wir haben in Hamburg strahlenden Sonnenschein bei 19°C.
Ein Tag, um endlich mal nur im T-Shirt herumzulaufen, gemütlich zu frühstücken, dann ein wenig durch die Stadt zu bummeln. Einfach mal entspannen von der Arbeitswoche, mit einem Menschen, der mir viel bedeutet….

Hat ja gut geklappt. Noch bevor ich mein Brötchen aufessen konnte, gab es den gefühlten dritten Streit. Weil diese Person einfach alles, was ich sage, anders versteht und grundgenervt von mir ist. Ich bin sicherlich kein einfacher Mensch. Aber hier verstehe ich wie immer nicht, was ich falsch gemacht habe. Ich höre zu, ich versuche darauf einzugehen. Anscheinend ist das nicht erwünscht, ich soll nur der Seelenmülleimer sein, der „einfach mal die Schnauze hält und seinen Saft trinkt“. Wenn jemand, auf den ich mich freue, an einem Tag, auf den ich mich die ganze Woche freue, alles was ich sage falsch verstehen und sich streiten möchte…da vergeht mir die Lust an allem. Warum ist das so schwer nachzuvollziehen, all ihr Antidepressiven da draußen? Es ist mir egal, wie dolle die Sonne scheint, egal, wie sie da alle mit ihren Spielerfrauensonnenbrillen rumflanieren – mein Herz macht dann nun einmal den Spielverderber. Schickt mir ein paar Tränchen der Enttäuschung. Macht mich traurig, dass ich mich mal wieder auf etwas gefreut habe, ob wohl ich hätte wissen können, dass es so kommt. Und so sitze ich mal wieder zuhause. Am ersten Sommertag eines Jahres, der nie wieder kommen wird.

Oldie-Radio spielt „She’s a lady“ und „Bridge over troubled water“. Wie passend. Nach außen jemand, der mitten im Leben steht und gerne Spaß hat, innen ein ganz kleines, depressives Schreiberlein. Meine Freunde, meine Familie, sind alle weit weg, irgendwo in NRW oder an die See gefahren. Alleine da raus gehen und mir die ganzen fröhlichen Leute ansehen? Nein danke. Das macht es nur noch schlimmer. Packe meine Bücher aus, die ich mir im Frust gekauft habe. Echte Freunde. Die muss ich nicht überreden, mich endlich mal besuchen zu kommen. Sie bleiben brav im Regal und erzählen, wann immer ich Geschichten hören mag. Verstehen mich genau richtig. Bringen mir etwas bei. Über die Intelligenz von Krähenvögeln.
Vielleicht werde ich im nächsten Leben auch eine Krähe. Das sind doch schöne Tiere. Sie müssen auch nicht im Frühling draußen herumlaufen, weil man sie sonst als Sonderlinge betrachtet. Wie friedlich.

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