Seek not outside yourself

Eigentlich sind wir alle auf der Suche nach der Antwort. Dem, was uns erfüllt und komplettiert. Oft suchen wir dabei im Außen, was wir nur in uns Selbst finden können.

Weil es leichter ist? Sich gut zu fühlen, wenn von Außen jemand kommt und sagt „Du kannst das gut“ oder „Ich mag dich“.

Weil es weniger weh tut? Weiter vorzugeben, nach der Bestimmung zu suchen wenn die Innensicht dir gezeigt hat „Du bist bloß Jemand. Du bist du und wirst immer du bleiben. Nicht besonders. Kein helles Licht für die Motten. Kein Überflieger, der die Welt rettet. Freunde dich damit an, dass du für den Rest deines Lebens nur du sein wirst.“

Manchmal wünsche ich mir, weniger empfänglich für Bestätigung von Außen zu sein. Weniger laut geworden zu sein in den letzten Jahren. Von der Introvertierten zum Klassenclown. Weil es mir leichter fällt inzwischen, etwas freches zu sagen, als zu versuchen, mich zu verstecken. Verstecken klappt nicht dauerhaft, drängt dich früher oder später in eine Ecke. Würde man schauen was sich hinter der lauten, immer zynischen, neuerdings pseudo-positiven Fassade verbirgt, dann ja – würde man sicherlich wieder bei der Kindheit landen. Sind ja immer die Eltern, sagen die Selbsthilfebücher, die es vermurkst haben. Das innere Kind hat nicht genug Aufmerksamkeit bekommen, wollte glänzen, wollte auch mal der Goldjunge sein, war stattdessen nur der Bücherwurm, die zweite Geige.

Der Umzug in einen neuen Lebensabschnitt zwang mich wieder in die Rolle meines inneren Kindes zurück. Ungeliebt. Abgelehnt. Zweite Geige oder viel eher gar keine Rolle mehr spielen im Leben einer Person, von deren Validierung ich abhängig.

Seitdem steht mein neues Konstrukt. Betonfest. Übersteht Atomkriege, da geht nichts mehr durch, kann nix dran rütteln. Aber was passiert mit einer Seele, die es so sehr Zuwendung verlangt wie eine Blume nach Wasser und Sonnenlicht?

Kann man Bunker lüften? Gelangen Sonnenstrahlen hinein?

Ich denke oft, dass ich davon wieder freier machen muss. Wieder wagen, wieder verstecken, wieder anecken. Wieder trauriger, verwirrter, fragender sein, wieder mehr ich sein, vielleicht auch einsam, dafür frei. Auf der anderen Seite ängstigt mich Freiheit. Ich mag, was Struktur mit mir macht. Dass ich funktioniere. Mag, dass ich mich nicht hängen lassen kann, Ordnung halte. Weinflaschen wegräume, die Spuren von all dem Essen, das ich mir fast jeden Tag koche. Immer zu viel davon, weil der Hunger der Seele sich manchmal anfühlt wie der körperliche. Wer weiß, wie tief ich gesunken wäre, gäbe es nicht Menschen, deren Lebensraum sich mit meinem überschneidet. Ebenso ist es mit dem Laufen. Es hält mich zusammen. Ich hasse es zutiefst zu fühlen, wie sich mein schwerer Körper in Gang setzt und Schritt für Schritt sich vorwärts kämpfen muss, das Atmen schwer wird … es bedeutet jedes Mal eine Qual. Aber sie wirkt kathartisch. Das Gefühl danach, mich überwunden zu haben, mich bezwungen zu haben, macht süchtig. Ich spiele dann „Kontrolle haben“.

Dabei geht der freie Fall weiter. Was, wenn ihn niemand mehr abfedert? Was, wenn ich alt werde und immer noch diese Leere da ist. Dieses alles Verschlingende das entsteht, wenn eine Welt implodiert. Leere, die keines anderen Menschen Komplimente und liebe Worte, keine Anerkennung und Zielerreichung füllen kann.

Was, wenn da nur noch ich übrig bin? Wird mich meine Leere eines Tages auffressen?

Seek not outside yourself. For it will fail, and you will weep each time an idol falls. Heaven cannot be found where it is not, and there can be no peace excepting there. Each idol that you worship when God calls will never answer in His place. There is no other answer you can substitute, and find the happiness His answer brings. Seek not outside yourself. For all your pain comes simply from a futile search for what you want, insisting where it must be found. What if it is not there? Do you prefer that you be right or happy? Be you glad that you are told where happiness abides, and seek no longer elsewhere. You will fail. But it is given you to know the truth, and not to seek for it outside yourself.

A Course in Miracles

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